Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2011

08:54 Uhr

Angebot deutlich erhöht

Terex steht kurz vor der Übernahme von Demag Cranes

Wochenlang hat Demag Cranes um seine Unabhängigkeit gekämpft. Doch nun ist der US-Konkurrent Terex wohl am Ziel seiner Übernahme-Träume. Allerdings musste Terex beim Preis kräftig draufsatteln.

Hafenkräne des Düsseldorfer Anlagenbauers Demag Cranes: der Deal mit Terex steht. Quelle: dpa

Hafenkräne des Düsseldorfer Anlagenbauers Demag Cranes: der Deal mit Terex steht.

DüsseldorfDer Kampf um Demag Cranes ist beendet. Der US-Konzern Terex soll den Düsseldorfer Kranhersteller übernehmen. Das empfahl am Donnerstag der Demag-Vorstand, der sich lange gegen die Übernahme gesträubt hatte. Vorausgegangen war ein verbessertes Angebot von Terex.

Die Amerikaner wollen jetzt 45,50 Euro je Aktie zahlen. Ein früheres Angebot von 41,75 Euro hatte der Demag-Vorstand als unzureichend abgelehnt. Auch Demag-Großaktionäre wie die Hedgefonds Cevian oder Centaurus zeigten sich zurückhaltend.

Nach Angaben von Demag wird das Unternehmen innerhalb der Terex-Gruppe weitgehend eigenständig operieren können. „Wir werden darüber hinaus vom internationalen Marktzugang und Netzwerk der Terex-Gruppe profitieren“, sagte Vorstandschef Aloysius Rauen laut einer Pressemitteilung. Teres habe sich verpflichtet, drei Jahre lang keine betriebsbedingten Kündigungen im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme zu veranlassen. Demag beschäftigt nach eigenen Angaben gut 5000 Mitarbeiter. Für die deutschen Produktionsstandorte wurde eine Garantie über fünf Jahre gegeben.

Damit ein wochenlanger Übernahmekampf zu Ende. Nur wenige Aktionäre hatten bisher einem Verkauf ihrer Demag-Anteile an den US-Konzern zugestimmt. Nach letzten Angaben hält Terex 1,02 Prozent der Aktien. Deamgs Großaktionär Cevian hatte die alte Offerte stets als zu niedrig zurückgewiesen. So sehen es auch andere Fonds, die sich mit Blick auf ein Bietergefecht mit Demag-Titeln eingedeckt haben. Nach Angaben aus Finanzkreisen kontrollieren sie rund ein Drittel der Aktien.

Noch Ende Mai hat Demag Cranes eine Übernahme durch Terex brüsk abgelehnt. Aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat spiegelte die Offerte über 884 Millionen Euro nicht den Wert des Unternehmens wider. Den Aktionären werde daher empfohlen, das Angebot von Terex nicht anzunehmen.

Der Maschinenbauer stützt sein ablehnendes Urteil auf Gutachten, die von der Deutschen Bank, Rothschild und Lazard erarbeitet wurden. Mit Blick auf die mittelfristige Perspektive liegt nach deren Einschätzung der Wert über den gebotenen 41,75 Euro pro Demag-Aktie.

In seiner Stellungnahme legte der Konzern erstmals konkrete Zahlen für die künftige Geschäftsentwicklung vor. Demnach soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr die Milliardenschwelle überspringen und 2012/13 mit 1,3 Milliarden Euro auf einen neuen Rekordstand klettern.

Als Wachstumstreiber sieht Vorstandschef Aloysius Rauen die Schwellenländer, die massiv in den Ausbau ihrer Infrastruktur investieren. Vor allem in China entstehen eine Reihe von neuen Häfen und Logistikzentren, in denen die Anlagen von Demag Cranes verbaut werden. Die Düsseldorfer haben sich erst kürzlich mit der Übernahme eines chinesischen Anbieters und dem Bau eines neuen Werkes in Indien für den Wachstumskurs gerüstet.

Vorstand und Aufsichtsrat des rheinländischen Unternehmens wollen den Kurs eigenständig umsetzen. Rauen hat dies nach eigenen Angaben in verschiedenen Gesprächen mit Terex-Chef Ronald DeFeo auch deutlich gemacht, wie es in der Stellungnahme heißt.

Die Amerikaner ließen sich davon nicht abschrecken und legten Mitte Mai ihr Übernahmeangebot für Demag vor, das von den Deutschen als feindlich eingestuft wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×