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27.07.2012

17:21 Uhr

Angebot

Tschechischer Finanzkonzern greift nach RWE-Tochter

Der tschechische Finanzkonzern KKCG will ein Übernahmeangebot für die lokale Gasnetztochter von RWE vorlegen. Dem Energiekonzern käme der Verkauf gerade recht, denn das Unternehmen plagen Schulden in Milliardenhöhe.

Ein tschechischer Finanzinvestor interessiert sich für die dortige Gasnetztochter von RWE. ap

Ein tschechischer Finanzinvestor interessiert sich für die dortige Gasnetztochter von RWE.

PragDer tschechische Finanzkonzern KKCG will die dortige Gasnetztochter des Energiekonzerns RWE übernehmen. Die Gesellschaft werde ein vorläufiges Angebot für Net4Gas einreichen, sagte ein Sprecher am Freitag. Der polnische Gasnetzbetreiber Gaz-System kündigte hingegen an, auf eine Offerte zu verzichten.

Neben den beiden Unternehmen hatte auch der tschechische Versorger Energeticky a Prumyslovy Holding (EPH) Interesse an der RWE-Tochter bekundet. Der Essener Konzern wollte sich zu dem Prozess nicht äußern. Er steht erneut unter dem Druck von Ratingagenturen. Standard & Poor's und Fitch stuften am Freitag die Kreditwürdigkeit von RWE zurück. Der Konzern kündigte an, seine Beteiligungsverkäufe voranzutreiben.

RWE-Chef Peter Terium will bis Ende kommenden Jahres bis zu sieben Milliarden Euro durch Beteiligungsverkäufe einnehmen. RWE drücken Nettoschulden von über 30 Milliarden Euro. Zudem muss der Versorger wie auch der Konkurrent E.ON Belastungen durch den beschleunigten Atomausstieg hinnehmen. RWE will sich unter anderem von Stadtwerkebeteiligungen und Geschäften der Öl- und Gasfördertochter RWE Dea trennen. Standard & Poor's kritisierte, dass der Prozess zu langsam vorankomme.

Da käme Terium ein Verkauf der tschechischen Gasnetztochter gerade recht. RWE hat angekündigt, Net4Gas noch 2012 verkaufen zu wollen. Ein Insider hatte Reuters gesagt, Net4Gas könne mit rund 1,4 Milliarden Euro bewertet werden. Dagegen hatten Analysten von HSBC das Unternehmen in der Vergangenheit auf 2,4 Milliarden Euro taxiert.

Sie hatten jedoch erklärt, der Kaufpreis könne durch die Eröffnung konkurrierender Pipelines für den Gastransport aus Russland nach Westeuropa belastet werden. Net4Gas betreibt ein Netz mit einer Länge von 2500 Kilometern.

Von

rtr

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