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25.05.2016

07:41 Uhr

Angebot zu niedrig

Bayer will mit Monsanto weiter verhandeln

Der Poker um Monsanto geht weiter: Der Saatguthersteller hat das Übernahmeangebot von Bayer zwar abgelehnt. Der US-Konzern will einen höheren Preis durchsetzen. Doch Bayer gibt sich kampfeslustig.

Übernahme geplatzt

Sind 62 Milliarden nicht genug? Monsanto lehnt Bayer-Angebot ab

Übernahme geplatzt: Sind 62 Milliarden nicht genug? Monsanto lehnt Bayer-Angebot ab

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DüsseldorfBayer lässt sich von einer ersten Abfuhr beim Buhlen um den US-Rivalen Monsanto nicht entmutigen und bekräftigt seine Übernahmeabsichten. Man stehe zu seinem Angebot und sehe „konstruktiven“ Gesprächen entgegen, teilten die Leverkusener am Dienstagabend mit.

Zuvor hatte der umworbene US-Agrarchemiekonzern Monsanto die bisherige Kaufofferte von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als deutlich zu niedrig abgelehnt. Der Verwaltungsrat zeigte sich aber offen für weitere Verhandlungen. Monsanto-Chef Hugh Grant verkündete, eine „integrierte Strategie“ könne erhebliche Vorteile haben. Damit signalisiert das umstrittene US-Unternehmen grundsätzliches Interesse an Fusionsgesprächen.

Allerdings sei das derzeitige Angebot finanziell unzureichend. Der Verwaltungsrat habe keinen Zeitplan für weitere Gespräche mit Bayer vorgegeben. „Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen“, bekräftigte der Leverkusener Dax-Konzern.

Der Saatgutkonzern Monsanto

Hersteller

Der US-amerikanische Konzern Monsanto ist einer der weltgrößten Hersteller von – oft auch gentechnisch verändertem – Saatgut sowie Unkrautbekämpfungsmitteln.

Umsatz

Das Unternehmen mit Hauptsitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri gehört zu den 500 größten börsennotierten in den USA und setzte zuletzt rund 15 Milliarden US-Dollar (gut 13 Mrd. Euro) um. Dabei erzielte Monsanto einen Überschuss von 2,3 Milliarden Dollar.

Mitarbeiter

Weltweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 21.200 Menschen, fast die Hälfte davon in den USA. Der Saatgutkonzern ist in 66 Ländern vertreten – auch in Deutschland.

Kritik

Monsanto bezeichnet eine nachhaltige Landwirtschaft als „Kernanliegen“, wird jedoch weltweit von Umweltschutzorganisationen unter anderem für die Herstellung von gentechnisch veränderten Saatgut heftig kritisiert.

Quelle: dpa

Analysten hatten erwartet, dass Monsanto die Offerte zunächst zurückweisen und mehr fordern wird. Sie hatten gleichwohl die Übernahmepläne als strategisch sinnvoll bezeichnet. Gemeinsam würden Bayer und Monsanto einen weltweit führenden Anbieter für Saatgut und Pflanzenschutzmittel schaffen.

Am Montag war bekanntgeworden, dass der deutsche Pharma- und Pflanzenschutzriese umgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro für Monsanto bietet. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern bietet je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar – insgesamt 62 Milliarden Dollar. Händler und Analysten waren von der Höhe des Gebots überrascht. Die Ratingagenturen Moody's und Fitch drohten Bayer wegen der Fusionspläne mit deutlichen Bonitätssenkungen.

Doch nicht nur wegen des hohen Preises, auch wegen des schlechten Rufs von Monsanto vor allem in Europa gilt das Vorhaben als riskant. Der US-Konzern steht seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem wird seit langem über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen des Wirkstoffs Glyphosat diskutiert, den Monsanto in seinem weltweit verbreiteten Unkrautvernichter „Roundup“ benutzt. Bayer lässt sich von den Image-Problemen indes nicht abschrecken.

Kommentare (15)

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Hubert Fink

25.05.2016, 09:07 Uhr

HBO,

was habt Ihr Euch da gestern dabei gedacht, alle Kommentare zu löschen?

Da opfere ich meine wertvolle Zeit, schreibe viele Kommentare und gebe Lebenshilfe zur selbstbestimmten Lebensform, und dann auf einmal - ZACK - alles weg.
Ich erzähle private Internas, wie meine Beteiligungen in Schiffen, einfach um andere wach zu rütteln, aber das wird mir nicht gedankt.

Account gelöscht!

25.05.2016, 09:28 Uhr

Hubert,

das hatte mich gestern auch so richtig geschockt, alle Kommentare weg.
Ich gehöre zwar nicht wie Du und Ralph zu den Leistungsträgern dieses Landes, aber man hat ja eine Seele, und die zeigt man durch das schreiben von Kommentaren.
Ich war fassungslos, und habe dann alle 10 Minuten noch mal nachgeschaut, ob es wieder geöffnet ist.
Sonst mache ich das nur alle halbe Stunde täglich.

Hubert Fink

25.05.2016, 09:35 Uhr

Was fällt Ihnen eigentlich ein mich zu duzen?
Vielleicht sind Sie auch noch der Spiegel-Troll, auf alle Fälle beide keine Leistungsträger.

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