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10.12.2013

08:28 Uhr

Anhaltender Erfolg

Chinas Automarkt wächst zweistellig

16 Prozent mehr verkaufte Autos als im Vorjahr: Das chinesische Automobilgeschäft boomt. Gerade für deutsche Hersteller ist die Nachfrage ein Segen. Denn in Europa brechen die Verkaufszahlen ein.

Im fernen Osten die Zahlen aufpolieren: Besonders Volkswagen profitiert von der Kauflaune der Chinesen. dpa

Im fernen Osten die Zahlen aufpolieren: Besonders Volkswagen profitiert von der Kauflaune der Chinesen.

PekingDas Wachstum auf dem chinesischen Automarkt kennt auch zum Jahresende keine Grenzen. Im November wurden dort 1,7 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft, wie der Branchenverband CAAM am Dienstag mitteilte. Das waren 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Januar legten die Verkaufszahlen um 15 Prozent auf 16,2 Millionen Wagen zu. Während die Nachfrage in Europa in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren fiel, ist China auch für die deutschen Hersteller der große Rettungsanker. Der VW-Konzern sowie BMW und Daimler fahren dort dicke Wachstumsraten ein.

Der kräftige Zuwachs im November liegt aber auch an den japanischen Herstellern: Diese hatten vor einem Jahr in China eine schwere Zeit durchgemacht, als der laufende Streit um eine kleine Inselgruppe zu einem Boykott japanischer Produkte geführt hatte. Inzwischen holen Toyota, Nissan oder Honda auch dank neuer Modelle im Markt aber wieder kräftig auf.

Chinas Autokonzerne

Saic

Die Shanghai Automotive Industry Corp. gründete mit Volkswagen einst das erste Joint Venture eines chinesischen Herstellers mit einem ausländischen Autobauer. Seit 1998 kooperiert der Konzern auch mit dem US-Riesen General Motors. Zum Portfolio gehören auch die britische Traditionsmarke GM und die chinesische Luxusmarke Roewe. Im Jahr 2012 produzierten die Chinesen 4,5 Millionen Fahrzeuge und sind damit der größte Autohersteller des Landes.

FAW

First Automotive Works aus Nordchina wurde einst unter sowjetischer Führung gegründet, unterhält aber vor allem enge Kontakte zu den japanischen Autobauern. Zu den Partnern gehört neben Toyota, Mazda und Daihatsu aber auch Volkswagen.

Dongfeng

Kein chinesischer Konzern unterhält mehr Joint Ventures als das Unternehmen aus Wuhan. Zu den ausländischen Partnern zählen Honda, Nissan, Peugeot, Kia und Citroën. Mit 3,2 Millionen produzierten Fahrzeug ist Dongfeng der drittgrößte chinesische Autohersteller.

Baic

Bekannt wurde die Beijing Automotive Group weil sie 2009 die Technik des insolventen schwedischen Autobauers Saab aufkaufte. Mit Mercedes-Benz und Hyundai unterhält der Konzern aus der chinesischen Hauptstadt Joint-Ventures. 2012 produzierte Baic 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Chang'an

Der Mutterkonzern verdient sein Geld mit Waffen. Doch mit 2,07 Millionen produzierten Fahrzeugen ist der Konzern aus Zentralchina mittlerweile der fünftgrößte Autobauer des Landes. Zu den ausländischen Kooperationspartner gehören Ford, Suzuki, and PSA

Brilliance

Der BMW-Partner Brilliance gehörte zu den ersten chinesischen Autokonzernen, die den Sprung nach Europa wagten - und scheiterten. Mit einer Produktion 591.000 Fahrzeugen ist der Hersteller im Landesvergleich relativ klein.

Chery

Bis 2003 war das Unternehmen aus Wuhu der größte Autoexporteur des Landes. Dabei wurde der Konzern erst 1997 gegründet. Seit 2012 unterhält das Unternehmen ein Joint Venture mit Jaguar und Land Rover. Die Tochtermarke des Konzern Qoros soll bald auch auf den europäischen Markt kommen

Geely

Aus einer Manufaktur für Kühlschrankteile ist einer der größten Autohersteller des Landes hervorgegangen. Übersetzt bedeutet der Unternehmensname Glück verheißende Automobile. Einen Namen in Europa machten sich die Chinesen mit der Übernahme von Volvo.

Von

dpa

Kommentare (1)

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norbert

10.12.2013, 12:27 Uhr

Phantastisch !!!
Jeder zusätzlich gebaute Motor erhöht denWeltverbrauch an Öl. Zum Trost gibt's aber etwas mehr CO2.
Mal sehen, wann peak oil nun wirklich erreicht wurde.

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