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13.01.2012

17:18 Uhr

Anheuser-Busch

Bierkonzern führt Kleinkrieg mit Tschechiens Brauern

David gegen Goliath: Anheuser-Busch kämpft seit Jahren mit einer tschechischen Brauerei um die Markenrechte an Budweiser. Die Gerichte gaben David recht. Doch Goliath verhält sich unbiblisch und schlägt zurück.

Zankapfel: Um die Marke Budweiser tobt ein Rechtestreit. ap

Zankapfel: Um die Marke Budweiser tobt ein Rechtestreit.

Für die Amerikaner ist es eine lästige Angelegenheit: Seit Jahren kämpft der US-Biergigant Anheuser-Busch mit dem tschechischen Brauhaus Budweiser Budvar um die Markenrechte an dem beliebten Bier. Jetzt holen die Manager aus St. Louis in den Vereinigten Staaten zum finalen Schlag aus – dachten sie zumindest.

In einem Überraschungs-Coup kauften sie die kleinere Budweiser Bürgerbrauerei Budejovicky Budvar und sicherten sich so die Rechte am Budweiser-Bier – ein vermeintlich entscheidender Schritt im Namensstreit. Dem tschechischen Handelsregister zufolge fand die Übernahme bereits im Dezember statt. Die tschechische Brauerei in Ceske Budejovice, deutsch Budweis, werde weiter bestehen bleiben.

Großer Jubel bei Anheuser-Busch: Der Konzern hat nun die Rechte an dem Markennamen, der bislang von den Tschechen beansprucht wurde. Die zur Gruppe AB InBev NV gehörende Brauerei Anheuser-Busch vertreibt seit 1876 die Marke Budweiser – immer wieder kam es zu Streitigkeiten mit den Tschechen.

Zwischenzeitlich galt der Konflikt schon als beigelegt – so sollten etwa im Jahr 1997 alle Rechte an der Schutzmarke "Bud" auf die Amerikaner übertragen werden. Im Gegenzug sollte sich Anheuser-Busch verpflichten, zehn Jahre lang tschechischen Hopfen abzunehmen. Doch der Streit schwelte weiter, an verschiedenen europäischen Gerichten bekamen die Tschechen Recht.

Und auch jetzt wollen die Lokalgrößen weiterkämpfen: Die staatliche tschechische Brauerei Budvar hält den Streit über Markenrechte mit dem US-Konzern Anheuser-Busch nach dessen Kauf eines örtlichen Rivalen längst nicht für entschieden. Ein Sprecher der deutlich größeren Staatsbrauerei kündigte am Freitag an, dass mehrere anhängige Rechtsverfahren gegen den Lokalrivalen auch unter den neuen Eigentümern weiterverfolgt würden.

Was das Geschäft angeht, sieht die Brauerei Budweiser Budvar den Zukauf der Amerikaner indes gelassen. „Die erworbenen Marken sind deutlich unterscheidbar von unserer Marke Budweiser Budvar“, sagte Sprecher Petr Samec am Freitag. Anheuser-Busch kann also noch lange nicht auf den Sieg anstoßen.

Kommentare (6)

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GWallbrecht

13.01.2012, 17:31 Uhr

Budweiser Budvar ist keine kleine Brauerei. Die Produktion liegt bei 1,3 Millionen Hektoliter im Jahr.

Stephan

13.01.2012, 17:53 Uhr

Denken die Amis das sie mit Aufkauf eines Firmennamens besseres Bier brauen können? Gutes Budweiser kommt nach wie vor nur aus Tschechien, wobei man bei dem Amibier ja eher von versauten Wasser sprechen sollte...

Beerlover

13.01.2012, 19:46 Uhr

What's the difference between American beer and making love in a boat ?
None.
Both is fucking close to water.

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