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08.03.2012

11:45 Uhr

Anheuser-Busch Inbev

Beck's Brauer verdienen in Südamerika

In den USA und in Westeuropa hat der weltgrößte Bierkonzern Inbev im vergangenen Jahr weniger abgesetzt. Die Nachfrage in Lateinamerika macht das aber wett. Umsatz und Gewinn sind deutlich gestiegen.

Ein Mitarbeiter der Beck's Brauerei kontrolliert Flaschen. ap

Ein Mitarbeiter der Beck's Brauerei kontrolliert Flaschen.

BrüsselDer weltgrößte Brauereikonzern InBev verdient dank Preiserhöhungen prächtig. Das Unternehmen zeigte sich am Donnerstag optimistisch, dass sowohl Amerikaner als auch Brasilianer in diesem Jahr öfter zu Budweiser, Stella Artois und Beck's greifen und damit die Geschäfte weiter ankurbeln - in diesen beiden Ländern verdienen die Belgier das meiste Geld. In Brasilien soll eine Erhöhung des Mindestlohns von 7,5 Prozent die Nachfrage beflügeln, in den USA die Konjunkturerholung sowie ein guter Start der neuen Marke Bud Light Premium.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Ende 2011 steigerte der in Deutschland auch Franziskaner und Hasseröder anbietende Konzern den Gewinn um fast 16 Prozent auf 3,55 Milliarden Dollar und damit deutlicher als erwartet. In Europa baute InBev seinen Marktanteil in allen Ländern mit Ausnahme Großbritanniens aus. An dem Erfolg sollen auch die Aktionäre teilhaben: Das Unternehmen kündigte eine Erhöhung der Dividende um 50 Prozent an. Die Anleger freute das: Die Aktie legte rund drei Prozent zu. Seit der Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische InBev-Gruppe mussten sich die Aktionäre bislang mit geringen Ausschüttungen begnügen, weil der Konzern Schulden abbauen wollte.

InBev ist der letzte Branchenriese, der über das Geschäft am Jahresende Auskunft gibt. Der belgische Rivale Carlsberg bereitete die Anleger kürzlich auf einen stagnierenden Gewinn in diesem Jahr vor, weil der Biermarkt in Nord- und Westeuropa schrumpft. Der britische Weltmarktzweite SABMiller konnte dies zuletzt mit Zuwächsen in Afrika und Lateinamerika wettmachen.

Von

rtr

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