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01.03.2006

08:06 Uhr

Ankündigung von Management

Opel-Werk steht auf der Kippe

Wenn in nächster Zeit der Modellwechsel beim Opel-Verkaufsschlager Astra ansteht, könnte parallel ein europäisches Werk geschlossen werden. Schon bei der großen Entlassungswelle in der jüngsten Vergangenheit wollte Opel eigentlich mehr Leute loswerden. Nun müssen vor allem die Bochumer Beschäftigten abermals um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Wie schon 2004, so müssen die Bochumer wieder zittern. Foto: dpa

Wie schon 2004, so müssen die Bochumer wieder zittern. Foto: dpa

HB FRANKFURT. „Nach der gegenwärtigen Planung sieht es aus, als bräuchten wir in Zukunft weniger Werke“, sagte Opel-Chef Hans Demant der „Financial Times“ (Mittwochausgabe). Der Astra wird derzeit in vier Werken gebaut: in Bochum, im britischen Ellesmere Port, im polnischen Gleiwitz und im belgischen Antwerpen. General-Motors-Europachef Carl-Peter Forster sagte, über die Zahl der Produktionsstätten des Astra werde im Laufe des Jahres entschieden. „Wir müssen womöglich das eine oder andere Werk schließen, aber das heißt nicht notwendig, dass wir alles in den Osten verlagern“, sagte er der Zeitung.

Mit diesen Aussagen bringt das Management neue Unruhe in das Unternehmen. Vor zwei Wochen hatte der Betriebsrat des Bochumer Opel-Werkes erklärt, noch im Sommer solle eine komplette Schicht an einem der drei westeuropäischen Astra-Produktionsstandorte geschlossen werden. Betroffen wären 1 000 Mitarbeiter. Der Autobauer dementierte umgehend. „Die Restrukturierung ist weitgehend umgesetzt, es gibt keine neuen Pläne“, hatte ein Opel-Sprecher am Unternehmenssitz in Rüsselsheim gesagt. Alle West-Standorte seien aktuell auf Basis der guten Kundennachfrage nach dem Kompaktwagen Astra zufriedenstellend ausgelastet.

Im Jahr 2005 seien in Europa insgesamt 515 000 Astra neu zugelassen worden gegenüber 403 000 im Jahr 2004. Erst wenn – wie allgemein üblich – im weiteren Lebenszyklus des Modells die Nachfrage sinke, werde man die Kapazitäten anpassen, hatte der Sprecher weiter ausgeführt

Opel-Chef Demant lehnte nun Forderungen der Gewerkschaft ab, die Produktion in allen vier Werken gleichermaßen herunterzufahren, wenn der Absatz des Astra zurückgehe. „Den Schmerz gleich zu verteilen, hilft nicht wirklich“, weil die Fixkosten gleich blieben. Demant sagte, derzeit erfüllten weder das Opel-Werk in Bochum, noch Ellesmere Port das angestrebte Produktivitätsniveau. Aber die Werksleitung in Großbritannien zeige mehr Entgegenkommen als früher.

GM hatte im vergangenen Jahr in Europa 12 000 Arbeitsplätze gestrichen, fast ein Fünftel seiner Belegschaft. Der Abbau sei wahrscheinlich zu gering ausgefallen, sagte Demant. Ein tieferer Schnitt sei aber aus Furcht vor destruktiven Streiks vermieden worden. Der im März 2005 vereinbarte Sanierungsplan sichert dem Bochumer Werk drei Schichten bis Ende 2006. Danach muss neu verhandelt werden.

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