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29.05.2012

20:23 Uhr

Anlagenbauer

Andritz will Konkurrenten Schuler schlucken

Der Anlagenbauer Andritz will Metallpressenhersteller Schuler übernehmen. Sein schwäbischer Konkurrent wird mit knapp 600 Millionen Euro bewertet. Eine Einigung mit dem größten Schuler-Aktionär liegt bereits vor.

Mitarbeiter der Schuler AG an einem Montageplatz im Werk Göppingen. dpa

Mitarbeiter der Schuler AG an einem Montageplatz im Werk Göppingen.

Stuttgart/WienDer Grazer Anlagenbauer Andritz will für knapp 600 Millionen Euro den schwäbischen Metallpressenhersteller Schuler übernehmen. Mit dem auf Pressen für Autokarosserien spezialisierten Konzern stärkt Andritz seinen vergleichsweise kleinen Geschäftsbereich mit Maschinen für die Metallverarbeitung. Für das derzeit boomende Unternehmen ist es eine der größten Übernahmen in der Firmengeschichte.

Zunächst kauft Andritz von der Gründerfamilie 38,5 Prozent der Anteile für 20 Euro je Aktie. Die Österreicher wollen aber auch die restlichen Anteile übernehmen und haben den übrigen Aktionären ein Kaufangebot zum selben Preis unterbreitet. Die im SDax notierte Schuler-Aktie kletterte danach knapp 27 Prozent auf 20,10 Euro nach oben. Auch die Andritz-Aktionäre begrüßten den Schritt: Das Papier des österreichischen Konzerns legte knapp vier Prozent zu.

Andritz ist auf Maschinen und Anlagen für die Papierindustrie und Turbinen und Generatoren für Wasserkraftwerke spezialisiert. Die boomende Nachfrage aus den von der Wirtschaftskrise wenig betroffenen Schwellenländern beflügelt das Unternehmen seit Monaten: Ende März 2012 hatte der Konzern mit 17.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 4,4 Milliarden Euro Barmittel von rund 1,3 Milliarden Euro in der Kasse. Damit kann die vollständige Übernahme des Schuler-Konzerns mit seinen rund 5200 Mitarbeitern ohne Kredite finanziert werden.

Sollten sich die Schuler-Eigentümer nicht dazu entschließen, ihre Anteile an Andritz zu verkaufen, gibt sich der Anlagenbauer auch mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden. Bedingung für die Übernahme der 38,5 Prozent der Familienholding sei lediglich die kartellrechtliche Freigabe, nicht aber ein Erfolg der freiwilligen Übernahmeofferte. Knapp 43 Prozent der Schuler-Aktien sind im Streubesitz, große Pakete halten die Süddeutsche Beteiligung GmbH mit 12,5 Prozent, die Kreisparkasse Biberach mit 6,2 Prozent und LBBW Asset Management mit fünf Prozent.

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