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01.08.2013

09:24 Uhr

Anlagenbauer

Dürr macht schon zum Halbjahr Haken an 2013

Wegen der hohen Nachfrage der Autoindustrie erreicht der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr sicher seine Ziele. Besonders profitiert er vom Boom der Autoindustrie in China. Dürr sei voll auf Kurs, so der Vorstand.

Das Logo des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr. Die Auftragsbücher für die zweite Jahreshälfte sind derzeit mit 2,46 Millionen Euro randvoll. dpa

Das Logo des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr. Die Auftragsbücher für die zweite Jahreshälfte sind derzeit mit 2,46 Millionen Euro randvoll.

StuttgartDer Maschinen- und Anlagenbauer Dürr ist mit Rückenwind durch die gute Nachfrage der Autoindustrie sicher, die gesteckten Ziele im laufenden Jahr zu erreichen. "Dürr ist voll auf Kurs und hat seinen positiven Ergebnistrend fortgesetzt", zog Vorstandschef Ralf Dieter am Donnerstag Bilanz unter das erste Geschäftshalbjahr. Beim Umsatz erwartet der vor allem für seine Lackier- und Montageanlagen bekannte Konzern in der zweiten Jahreshälfte eine "deutliche Beschleunigung", da die Auftragsbücher mit 2,46 Milliarden Euro randvoll sind.

Dürr profitiert vom Boom der Autoindustrie in Schwellenländern wie China: Fast 60 Prozent der neuen Aufträge kommen aus diesen Ländern, zu denen das Unternehmen neben China auch Russland, Brasilien, Indien, Mexiko, die Türkei und Staaten Osteuropas zählt. Die hohe Auslastung der knapp 7900 Mitarbeiter weltweit ist mit den derzeitigen Aufträgen bis weit in das kommende Jahr hinein gesichert. Bei einem in den Monaten April bis Juni leicht um 1,9 Prozent auf 589,2 Millionen Euro geschrumpften Umsatz kletterte der Gewinn vor Steuern und Zinsen um 8,7 Prozent auf 46,4 Millionen Euro. Die operative Marge stieg kräftig um 0,8 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent vom Umsatz. Im Gesamtjahr peilt Dürr eine Rendite in der Spanne von sieben bis 7,5 Prozent an.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Die Geschäftsziele würden 2013 trotz höherer Investitionen "sicher" erreicht, teilte das Unternehmen mit. Unter der Bedingung, dass keine "gravierende" Konjunkturabkühlung eintrete, werde der Umsatz mit 2,4 bis 2,6 (Vorjahr: 2,39) Milliarden Euro abermals eine Bestmarke erreichen. Der Auftragseingang soll mit 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro etwas schwächer ausfallen, 2012 hatten sich die eingegangenen Aufträge auf die Rekordsumme von 2,6 Milliarden Euro belaufen. Um die Aufträge fristgerecht abarbeiten zu können, will Dürr die Belegschaft nochmals moderat aufstocken: Ende 2013 sollen voraussichtlich rund 8.000 Mitarbeiter für Dürr tätig sein.

Für Investitionen reserviert der 1895 gegründete Konzern in diesem Jahr nun 45 bis 50 Millionen Euro, bisher waren 35 bis 40 Millionen veranschlagt worden. Nach der Erweiterung der Standorte in China, Mexiko und am Firmensitz in Bietigheim-Bissingen stehe nun der Ausbau weiterer Standorte in Ochtrup (NRW) und Püttlingen (Saarland) sowie in Polen an. Geplant sei auch, in Japan erstmals ein Testzentrum für Lackiertechnik zu bauen, um diesen Markt besser erschließen zu können.

Von

rtr

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