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20.06.2013

17:29 Uhr

Anlagenbauer

Gea stößt Klimatechnik-Geschäft ab

Gea trennt sich wegen begrenzter Synergieeffekte und zugunsten anderer Bereiche von seiner Klimatechnik-Sparte. Ein mutiger Schritt, denn der Bereich sorgt derzeit für etwa ein Viertel des operativen Gewinns.

Die Zentrale der GEA-Group in Bochum: Das Unternehmen trennt sich mittelfristig von seiner Klimatechnik-Sparte. dpa

Die Zentrale der GEA-Group in Bochum: Das Unternehmen trennt sich mittelfristig von seiner Klimatechnik-Sparte.

DüsseldorfDer Anlagenbauer Gea will sein Klimatechnik-Geschäft abstoßen und sich stärker auf Kunden aus der Lebensmittelindustrie konzentrieren. Der Aufsichtsrat habe beschlossen, dass sich das Unternehmen mittelfristig aus dem Segment Gea Heat Exchangers zurückziehe, teilte Gea am Donnerstag mit. Man prüfe hierzu sämtliche Optionen. Die Sparte beschäftigt 7300 Mitarbeiter und erzielte zuletzt bei einen Umsatz von 1,6 Milliarden einen operativen Gewinn (Ebit) von 135 Millionen Euro. Das Geschäft hatte aber zuletzt geschwächelt, da die Investitionen in Klimatechnik für Gebäude nicht mehr so sprudeln wie vor der Finanzkrise.

Die Sparte sei profitabel und habe eine starke Marktposition, sagte Gea-Chef Jürg Oleas. Zwischen ihr und den übrigen Sparten des Konzerns gebe es aber nur begrenzte Synergiepotenziale. Im Bereich Heat Exchangers vertreibt Gea neben Gebäude-Klimaanlagen auch Systeme für Kühltürme.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Gea wolle sich auf Produkte für die Nahrungsmittelindustrie konzentrieren, die besonders große Wachstumschancen hätten. Gea hat Anlagen für die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln im Programm, etwa Dekanter, Separatoren oder Eismaschinen. Die Sparte soll mittelfristig 70 bis 75 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen. Gea hatte 2012 bei einem Umsatz von 5,7 Milliarden Euro ein bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 562 Millionen Euro erzielt. Unter dem Strich machte das im MDax gelistete Unternehmen einen Gewinn von 317 Millionen Euro.

Der Konzern, der unter anderem mit dem schwedischen Maschinenbauer Alfa Laval konkurriert, hatte zuletzt vor allem in Nordamerika mehr Anlagen abgesetzt. Wichtigste Einzelmärkte sind die USA, Deutschland und China. Weltweit beschäftigt Gea 24.500 Mitarbeitern.

Von

rtr

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