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16.04.2014

14:15 Uhr

Anlagenbauer

Wärmetauscher bringen Gea etwa eine Milliarde Euro

Der Anlagenbauer Gea Group verkauft sein Wärmetauschgeschäft für rund eine Milliarde Euro. Ein deutscher Finanzinvestor schlägt zu. Mit dem Erlös will Gea groß einkaufen gehen – die Aktie springt nach oben.

Gea macht durch Maschinen für Lebensmittelverarbeitung deutlich mehr Gewinn und bekräftigt die Prognose für 2014. PR

Gea macht durch Maschinen für Lebensmittelverarbeitung deutlich mehr Gewinn und bekräftigt die Prognose für 2014.

Berlin/OberhausenDer Anlagenbauer Gea trennt sich von seinem milliardenschweren Wärmetauscher-Geschäft und will dem Erlös auf Einkaufstour gehen. „Den Verkaufserlös werden wir vorrangig dazu nutzen, das Kerngeschäft durch gezielte Akquisitionen zu stärken“, kündigte Gea-Chef Jürg Oleas am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Oberhausen an. Zuvor hatte das Management einen Kaufvertrag mit dem deutschen Finanzinvestor Triton unterzeichnet, der das Wärmetauscher-Geschäft mit 1,3 Milliarden Euro bewertet. Nach Abzug von Pensionsverpflichtungen dürften Gea nach eigenen Angaben knapp eine Milliarde Euro in die Kassen gespült werden.

Mit der Veräußerung steigt der Anteil der Nahrungsmittelprozesstechnik am Konzernumsatz auf über 70 Prozent. Einen weiteren Fokus will Oleas auf die Pharma- und Chemieindustrie legen, die künftig ein Viertel des Geschäftes ausmachen sollen. Nach möglichen Übernahmezielen schaue sich Gea in Nordamerika und Westeuropa um, aber auch in China, Lateinamerika und Indien, sagte Oleas.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Bei Anlegern und Aktionären kam der Sparten-Verkauf, der bis Ende des Jahres über die Bühne gehen soll, gut an. Die Aktie notierte mit über sechs Prozent im Plus bei 32,47 Euro und führte damit die Gewinnerliste im Nebenwerteindex MDax an. Nach Aussage von Börsianern fiel der Verkaufspreis höher als erwartet aus. „Tolles Timing. Glückwunsch zu einem so tollen Deal“, lobte auch Kleinaktionärsvertreterin Jella Benner-Heinacher. „Gea ist ein Rohdiamant.“ Früher sei der Konzern ein Gemischtwarenladen gewesen, jetzt werde er zum Systemanbieter.

Triton hat sich Verhandlungskreisen zufolge mit seiner Offerte knapp gegen ein Konsortium des schwedischen Finanzinvestors EQT und des Mannheimer Bau- und Industriedienstleisters Bilfinger durchgesetzt.

Oleas hatte die zweitgrößte Sparte Gea Heat Exchangers mit 7500 Mitarbeitern im vergangenen Jahr auf die Verkaufsliste gesetzt. Das Segment setzte 1,5 Milliarden Euro um und verbuchte einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 155 Millionen Euro.

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