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04.09.2015

10:10 Uhr

Anteilstausch im Gasgeschäft

BASF und Gazprom ziehen Milliarden-Deal durch

Trotz der Eiszeit mit Russland bleiben BASF und Gazprom dabei: Der deutsche Chemieriese und Putins Staatskonzern tauschen Anteile im Milliardenwert. Deutsche Gasspeicher sind damit in russischer Hand.

BASF und Gazprom tauschen Anteile aus. AFP

Gaspipeline

BASF und Gazprom tauschen Anteile aus.

FrankfurtDas politisch brisante Milliardengeschäft zwischen dem Chemiekonzern BASF und dem russischen Gasriesen Gazprom soll nun doch umgesetzt werden. Die beiden Unternehmen brachten den Ende 2014 geplatzten Deal in trockene Tücher. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall wird das hiesige Gashandels- und Gasspeichergeschäft wie ursprünglich geplant vollständig an Gazprom abgeben, wie der Ludwigshafener Chemiekonzern am Freitag überraschend mitteilte.

Dafür soll BASF im Gegenzug mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten. Der Vollzug des Tauschs wird bis Ende dieses Jahres erwartet. Die Europäische Kommission hatte dem Geschäft bereits Ende 2013 grünes Licht gegeben.

Gas-Deal von BASF mit Gazprom: Das Eis taut

Gas-Deal von BASF mit Gazprom

Das Eis taut

Mit mehreren Monaten Verspätung wollen BASF und Gazprom nun doch ihren geplanten Anteilstausch vollziehen. Die Entscheidung macht Mut: Offenbar tauen die frostigen Beziehungen zu den Russen auf. Ein Kommentar.

Der Ludwigshafener Chemieriese und Gazprom hatten den Anteilstausch bereits vor Jahren vereinbart, Ende 2014 scheiterte das Geschäft jedoch vorerst. BASF machte damals das schwierige politische Umfeld angesichts der Ukraine-Krise verantwortlich. Nun erklärte BASF, die Transaktion solle wie bereits im Dezember 2013 vereinbart, mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. April 2013 erfolgen.

Eine Konzern-Sprecherin äußerte sich nicht dazu, warum es nun doch zu der Einigung kam. „Wir hatten nicht ausgeschlossen, den Asset-Tausch zu einem späteren Zeitpunkt zu vollziehen und haben nun gemeinsam entschieden, die Transaktion zu vollziehen“, sagte sie lediglich. BASF und Gazprom würden ihre Kooperation weiter ausbauen.

An der Börse geriet die BASF-Aktie zu Handelsbeginn unter Druck. Die Titel verloren in einem fallenden Gesamtmarkt 1,4 Prozent.

Im Rahmen des Tausch-Geschäfts wird sich Gazprom mit 50 Prozent an der in der Erdöl- und Erdgassuche sowie -förderung tätigen Wintershall Noordzee beteiligen. Wintershall wird zudem seine Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Erdgashandels- und Speichergeschäft vollständig an Gazprom übertragen. Insgesamt trugen die Aktivitäten im Jahr 2014 rund 12,2 Milliarden Euro zum Umsatz und rund 260 Millionen Euro zum Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen (Ebitda) von BASF bei.

Die größten Öl- und Gaskonzerne der Welt

Platz 9

Petrobras, Brasilien

Jahresumsatz 2016: 81,41 Milliarden US-Dollar

Platz 8

Gazprom, Russland

Jahresumsatz: 99,73 Milliarden Dollar

Platz 7

Chevron (USA)

Jahresumsatz: 110,22 Milliarden Dollar

Platz 6

Total (Frankreich)

Jahresumsatz: 149,74 Milliarden Dollar

Platz 5

BP (Großbritannien)

Jahresumsatz: 183,01 Milliarden Dollar

Platz 4

Exxon Mobil (USA)

Jahresumsatz: 218,61 Milliarden Dollar

Platz 3

PetroChina (China)

Umsatz 2016: 232,83 Milliarden Dollar

Platz 2

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Jahresumsatz: 233,59 Milliarden Dollar

Platz 1

Sinopec (China)

Jahresumsatz: 278,04 Milliarden Dollar

Quelle

Unternehmensangaben/Statista

Wintershall erhält wiederum den wirtschaftlichen Gegenwert von 25,01 Prozent an zwei Blöcken der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgasfeldes in Westsibirien. Der Start der Produktion dort werde 2018 erwartet. Die Zusammenarbeit im Erdgastransportgeschäft soll fortgesetzt werden.

Kritiker hatten befürchtet, dass sich durch den Deal die Abhängigkeit Deutschlands von Russland bei der Gasversorgung noch vergrößert. Die Russen sind bereits der wichtigste Gaslieferant. Die Bundesregierung hatte hingegen weder Einwände gegen den ursprünglichen Deal, noch hatte sie sich dabei eingemischt.

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