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26.07.2012

15:20 Uhr

Anti-Dumping-Klage

Chinas Solarriesen drohen mit „Handelskrieg“

Nach der Klage europäischer Solarunternehmen zeigen die chinesischen Konkurrenten harte Kante. Firmenchefs von chinesischen Solarriesen drohen der EU und schalten Peking ein.

Die chinesische Solarbranche hat Angst vor möglichen Schutzmaßnahmen der EU. AFP

Die chinesische Solarbranche hat Angst vor möglichen Schutzmaßnahmen der EU.

PekingDie Anti-Dumping-Klage europäischer Solarfirmen treibt die chinesischen Wettbewerber auf die Barrikaden: Firmenbosse der Branchengrößen Yingli, Suntech, Trina und Canadian Solar drohten am Donnerstag mit einem Handelskrieg.

„Wir werden bei der chinesische Regierung vorsprechen und fordern, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die legitimen Interessen der chinesischen Solarindustrie zu schützen“, sagte Yingli-Chef Wang Yiyu bei einer Pressekonferenz mit den drei anderen Firmenmanagern. Mögliche Strafzölle auf Solarimporte aus China würden „einen umfassenden Handelskrieg zwischen der EU und China auslösen, der auf beiden Seiten nur zu enormen Verluste führen wird.“ Schutzmaßnahmen seitens der EU wären ein „tödlicher Schlag“, warnten sie in einer gemeinsamen Erklärung.

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Nicht nur bei den Chinesen stößt die Klage auf Kritik. Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Bundesstag, nannte den drohenden Handelskrieg mit China in Zeiten der Euro-Krise für die exportorientierte europäische Wirtschaft ein „Harakiriprogramm“. Er fügte hinzu: „Anti-Dumping-Klagen behindern die Energiewende, weil sie einen weiteren Preisrutsch der Module ausbremsen, womit auch die schnelle Entwicklung sich selbsttragender Märkte behindert wird.“

Dagegen hatte der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier seine Unterstützung für Einfuhrzölle zugesagt. Es müsse einen fairen Wettbewerb auf dem Weltmarkt bei der Produktion von Solarpanelen geben, hatte er gefordert.

Kommentare (34)

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Account gelöscht!

26.07.2012, 15:32 Uhr

Man muss doch dem dreisten Treiben der Chinesen, endlich mal einen Riegel vorschieben.
Auf der einen Seite zerstören sie ihre Umwelt auf schändlichste Weise, auf der anderen Seite pumpen sie Milliarden in Solarfirmen, die unter Selbstkostenpreis verkaufen und damit
die deutschen Modulhersteller in einen ruinösen Preiskampf treiben.

Die Sonnenstrom Förderung ist gut angelegtes Geld, in eine intakte Umwelt vor allem für unsere Nachkommen, hier immer nur auf die aktuellen Kosten zu zeigen, springt zu kurz:
Wenn man die (immer noch munter weiterlaufenden) Atom und Kohle Subventionen endlich streichen würde und deren Umweltschädigungen einpreisen würde, wäre sofort genügend Geld da und dann wären dann die EEG -Umlagen Peanuts!

Hermann.12

26.07.2012, 15:35 Uhr

China fühlt sich offenbar immer stärker.
Jetzt rächt sich Freihandelspolitik der letzten Jahrzehnte. denn schließlich beruht der Preisvorteil der Chinesen fast ausschließlich auf niedrigeren Lohnkosten und Sozialstandards. diese hätten von vorne herein bei jeglichem Import berücksichtigt werden müssen.
Deshalb ist die Kritik Fells zum Teil völliger Unsinn.

Der Leichtsinn und die Dummheit der letzten Jahrzehnte fällt uns nun auf einmal auf den Kopf.

H.

Account gelöscht!

26.07.2012, 15:37 Uhr

Ziemlich frech, der Chinese!

Der hat nicht begriffen, was ein Kunde ist. China produziert nichts, was wir nicht auch anderenwärts kaufen oder herstellen lassen können.

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