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19.09.2012

11:57 Uhr

Anton Weinmann

Ex-MAN-Manager wegen Schmiergeldzahlungen verurteilt

Im MAN-Schmiergeldprozess hat der Ex-Chef der Nutzfahrzeugsparte ein Geständnis abgelegt. Anton Weinmann räumte vor dem Landgericht München seine indirekte Beihilfe an Bestechungszahlungen nach Slowenien ein.

Gab seine Beteiligung in der Schmiergeldaffäre zu: Ex-MAN-Manager Weinmann (2.v.r.). dpa

Gab seine Beteiligung in der Schmiergeldaffäre zu: Ex-MAN-Manager Weinmann (2.v.r.).

MünchenDer frühere MAN-Vorstand Anton Weinmann ist wegen Beihilfe zur Bestechung zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten und 100 000 Euro Geldauflage verurteilt worden. Nach einer Absprache mit der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht München hatte der langjährige Leiter der MAN-Nutzfahrzeugsparte am Mittwoch ein Geständnis abgelegt: Er habe 2004/05 nicht genug getan, um Schmiergeldzahlungen für Aufträge in Slowenien zu unterbinden. Die Anklage wegen Beihilfe zu Bestechungen in Belgien ließ die Staatsanwaltschaft fallen.

Das Gericht betonte, dass Weinmann kein Geld in die eigene Tasche gesteckt und außerdem viel getan habe, um Korruption bei MAN abzustellen - allerdings „nicht stringent genug“. Weinmann gab zu, „Beihilfe durch Unterlassen“ geleistet und so Bestechungszahlungen von rund einer Million Euro in Slowenien nicht verhindert zu haben. Es tue ihm leid, und er entschuldige sich, erklärte er in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung.


Die Staatsanwaltschaft betonte, der Top-Manager habe nichts konkret getan, zum Beispiel Mitarbeiter zu entlassen, und so die Praxis billigend in Kauf genommen. „Die Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung reichten nicht aus.“

Im Vorfeld des Geständnisses hatte es erneut Gespräche zwischen den Verfahrensbeteiligten gegeben. Kläger und Verteidiger hatten sich im Falle eines Geständnisses darauf geeinigt, einen Teil der Vorwürfe aus der Anklageschrift einzustellen. Der Vorsitzende Richter, Joachim Eckert, hatte dem Ex-Chef der Lkw-Sparte zudem eine Bewährungsstrafe und die Zahlung einer Geldauflage in Aussicht gestellt. Voraussetzung hierfür sei gewesen, dass Weinmann die vorgeworfenen Schmiergeldzahlungen in Slowenien einräume, sagte Eckert am Mittwoch.

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Der Ex-MAN-Manager äußerte sich zum ersten Mal im Prozess selbst und machte Angaben zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Weinmanns Anwalt sagte, sein Mandant habe ein Interesse daran, den Prozess schnell zu beenden, weil dieser seine Familie stark belaste und seinen früheren Arbeitgeber in Misskredit bringe.

Wenn der Prozess beendet sei, wolle er so schnell wie möglich wieder als Unternehmensberater arbeiten. Weinmann ist der bislang ranghöchste Manager des Lkw-Herstellers, der sich vor Gericht verantworten muss.

MAN hatte sich nach dem Auffliegen der Bestechungsaffäre 2009, neben Weinmann, auch von Konzernchef Hakan Samuelsson und anderen Vorständen getrennt und 150 Millionen Euro Bußgeld gezahlt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch gegen Samuelsson.

Kommentare (5)

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fiehrunsgraf

19.09.2012, 10:50 Uhr

is das ne wurst

erst ne strafanzeige gegen die staatsanwälte und jetzt räumt der studierte jurist seine schuld ein.

der anwalt,der die anzeige schrieb is noch dämlicher.dieser zumindest hätte doch den vogel vor sich selbst schützen müssen.

Account gelöscht!

19.09.2012, 11:01 Uhr

Rein um es juristisch zu verstehen:
es ist irgendwie interessant dass man für etwas belangt wird, was man geduldet hat, was in einem ANDEREN Rechtssystem geschehen ist. Klar wenn er Geldzahlungen veranlasst hat, so hat er dies eventuell in Deutschland veranlasst und war in Deutschland. Was wäre gewesen wenn er in Slowenien gewesen wäre und dort erfahren hätte.

black

19.09.2012, 11:59 Uhr

warum? der Anwalt bekommt doch Geld dafür; und das sicher nicht nur nach der RAGO

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