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02.09.2016

14:32 Uhr

Antonow An 225

Ein Riesenvogel auf Schlingerkurs

VonAndré Ballin

Das größte Flugzeug der Welt soll bald in China gebaut werden. Doch der Deal von Hersteller Antonow wirft in der Ukraine viele Fragen auf: Was wollen die Chinesen mit dem Riesenvogel aus Sowjetzeiten?

Das weltgrößte Transportflugzeug soll künftig in China in Serie gehen. dpa

Antonow An-226

Das weltgrößte Transportflugzeug soll künftig in China in Serie gehen.

MoskauEin Riesenvogel auf dem Weg ins Reich der Mitte: Kiew und Peking wollen beim Bau der An-225 „Mrija“ („Traum“), des größten Flugzeugs der Welt, zusammen arbeiten. Es gibt freilich noch Differenzen darüber, wie diese Kooperation aussehen soll.

Der chinesische Fernsehsender CCTV hatte zunächst berichtet, dass die Ukraine die Lizenzrechte für die Serienproduktion des noch zu Sowjetzeiten entwickelten superschweren Frachtfliegers zusammen mit den Bauskizzen und der technologischen Dokumentation an China abtrete. Darüber hinaus erhalte China ein Flugzeug, das aber noch fertiggestellt werden müsse.

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Der ukrainische Flugzeugbauer Antonow hat den Rechteverkauf aber inzwischen dementiert. Die An-225 bleibe weiterhin das geistige Eigentum Antonows. Geplant sei zunächst die Übergabe eines Flugzeugs an die Aerospace Industry Corporation of China (AICC) und dann der Aufbau einer gemeinsamen Produktion in der Millionenstadt Luzhou.

Die AICC erinnert zwar namentlich an den staatlichen Luftfahrtgiganten Aviation Industry Corporation of China (AVIC) mit mehreren tausend Mitarbeitern, soll aber Medienberichten nach nur eine Im- und Exportfirma mit einem Büro in Hongkong sein. Das angebliche Joint-Venture sei daher nur ein Alibi für den Rechteverkauf, mutmaßen Experten aus der Luftfahrtbranche.

Alexander Kawa, Ex-Vizeverkehrsminister der Ukraine, sprach von einem „negativen Signal für den ukrainischen Flugzeugbau“. Vieles deute auf einen Ausverkauf hin. Gegenüber dem Handelsblatt erinnerte er daran, dass die Ukraine im laufenden Jahr selbst noch kein einziges Flugzeug produziert habe, im vergangenen Jahr wurden gerade einmal zwei Maschinen ausgeliefert; eine An-148 an Nordkorea und eine An-158 an Kuba.

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