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14.09.2016

16:27 Uhr

Aral, Shell, Esso

Ölkonzerne raten von Betankung mit Erdgas ab

Tankstellenbetreiber wie Aral, Shell und Esso raten derzeit von der Betankung mit Erdgas ab. Sie empfehlen ihren Stationen und Pächtern, vorerst kein Erdgas mehr zu verkaufen. Grund ist ein Unfall in Niedersachsen.

Tankstellen stoppen Verkauf

Explosive VWs - So gefährlich ist Erdgas wirklich

Tankstellen stoppen Verkauf: Explosive VWs - So gefährlich ist Erdgas wirklich

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Hamburg/GöttingenNach Marktführer Aral haben weitere Tankstellenkonzerne ihren Stationen und Pächtern empfohlen, vorübergehend kein Erdgas mehr zu verkaufen. Shell, Exxon Mobil (Esso), Jet und Total erklärten in ähnlichen Stellungnahmen, sie räumten der Sicherheit Vorrang ein und rieten deshalb von der Betankung mit Erdgas ab. Auslöser ist ein Unfall vom vergangenen Freitag in Duderstadt, bei dem die Gastanks eines VW Touran geborsten waren und der Fahrer schwer verletzt wurde.

Ein Total-Sprecher sagte, die Erdgassäulen seien gesperrt worden. Allerdings bleibe eine Betankung nach Rücksprache mit dem Tankstellenpersonal möglich - und zwar für alle Modelle, die nicht von dem Rückruf von Erdgasautos bei VW betroffen seien.

Nach dem Unfall in Duderstadt leitete die Staatsanwaltschaft Göttingen ein Strafverfahren ein. „Wir ermitteln gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung“, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Ein VW-Sprecher sagte am Mittwoch, der Touran aus Duderstadt sei Teil eines aktuellen Rückrufes, die Nachbesserung des Wagens habe aber noch nicht stattgefunden. Er konnte keine Angaben dazu machen, ob der Hintergrund des Rückrufes bei dem Vorfall in Duderstadt eine Rolle spielte oder ob ein anderer Auslöser infrage komme. Bisher habe nur die Staatsanwaltschaft Zugriff auf das Auto, die VW-Experten nicht.

In Duderstadt war ein Autofahrer durch umherfliegende Trümmerteile schwer verletzt worden, als der Tank eines VW Touran an einer Erdgaszapfsäule geborsten war. „Das Auto und die Zapfsäule wurden beschlagnahmt“, sagte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue. Gutachter seien beauftragt, die Ursache der Explosion zu ermitteln und zu klären, wer dafür verantwortlich ist.

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In Deutschland stehen rund 900 Zapfsäulen für Erdgas, die zumeist nicht den Konzernen gehören, sondern von regionalen Gasversorgern betrieben werden. Zugelassen sind bundesweit knapp 100 000 Autos und Nutzfahrzeuge, die mit Erdgas fahren. Sie haben aber auch noch einen Benzintank.

Bei Volkswagen läuft schon seit einiger Zeit eine Rückrufaktion von Erdgasautos. Dabei geht es um den vorsorglichen Tausch von Gasflaschen. Betroffen sind mehr als 35 000 Fahrzeuge der Modelle Caddy, Passat und Touran aus den Jahrgängen 2006 bis 2010.

Hintergrund ist nach VW-Angaben mögliche Korrosion. Sinke dadurch die Wandstärke der Gasflaschen, könne dies zum Bersten und zu erheblicher Verletzungsgefahr führen. Bis zur Umrüstung sollten betroffene Modelle nur im Benzinbetrieb genutzt werden. Der VW-Sprecher bekräftigte diesen Sicherheitshinweis am Mittwoch noch einmal. Zudem sei klar, dass nur die genannten Modelle und Jahrgänge zur Werkstatt müssten. Hinweise auf eine Ausweitung des Problems gebe es nicht.

Von

dpa

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