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05.05.2012

10:56 Uhr

Arbeitgeberverband

Chemieindustrie fürchtet hohen Lohnabschluss

Die Ertragslage deutscher Chemieunternehmen ist nach Einschätzung des Branchenverbands ChemieNord derzeit alles andere als rosig. Hohe Lohnabschlüsse sind da gefürchtet - auch weil der Konkurrenzdruck EU-weit zunimmt.

Ein Plakat mit der Aufschrift „6 Prozent Tarifrunde Chemie 2012“. dpa

Ein Plakat mit der Aufschrift „6 Prozent Tarifrunde Chemie 2012“.

HamburgIm Tarifkonflikt der Chemieindustrie steht nach Ansicht des Arbeitgeberverbandes ChemieNord die Wettbewerbsfähigkeit der Branche auf dem Spiel. „Wenn wir in Deutschland jetzt nicht leichtfertig den vorhandenen Wettbewerbsvorteil unserer Branche verspielen wollen, müssen wir einen Tarifabschluss finden, der sowohl die Produktivität der Branche im Auge behält als auch innovative Antworten auf Zukunftsprobleme wie älter werdende Belegschaften gibt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Jochen Wilkens, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. Er warnte davor, den Aufholprozess anderer Chemiebranchen in Europa zu unterschätzen.

Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 550 000 Beschäftigten werden am Montag (7. Mai) auf Bundesebene in Hannover fortgesetzt. Die IG BCE erwartet von den Arbeitgebern ein klares Signal, besonders bei der Gestaltung des demografischen Wandels. ChemieNord vertritt 67 000 Beschäftigte in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Die Gewerkschaft fordert bundesweit 6,0 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. „Bei dieser Forderung tut die IG BCE derzeit so, als ob Deutschland in Europa eine Insel sei“, sagte Wilkens. „Sie blendet die Schuldenkrise, die Instabilität der Finanzmärkte und die geringen Wachstumsaussichten 2012 für die Weltwirtschaft aus.“ Die deutsche Chemiebranche erwarte 2012 sogar eine Stagnation. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot zu den Entgelten vorgelegt.

Wilkens verwies auf eine Befragung, nach der fast 80 Prozent der Verbandsunternehmen ihr größtes Risiko 2012 in den stark gestiegenen Rohstoffpreisen sehen. Gut die Hälfte (51,6 Prozent) könne diese Kostensteigerungen nicht an die Abnehmer der Produkte weitergeben. Wegen steigender Energiekosten habe eine Vielzahl der Unternehmen eine völlig unbefriedigende Ertragslage, ergänzte Wilkens. Mehr als 42 Prozent der 300 Mitgliedsfirmen im ChemieNord-Verband erzielten derzeit eine Nettoumsatzrendite von weniger als drei Prozent.

Von

dpa

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