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15.08.2013

19:36 Uhr

Arbeitsgericht

Weiter Streit um Werkverträge bei Daimler

Erneut stehen sich zwei Daimler-Mitarbeiter und Vertreter des Autobauers vor Gericht gegenüber; erneut geht es um Scheinwerkverträge. Daimlers Versuch, den Prozess abzukürzen, ist am Donnerstag gescheitert.

Arbeiter im Daimler-Werk in Rastatt (Baden-Württemberg): Erneut steht Daimler wegen Scheinwerkverträgen vor Gericht. dpa

Arbeiter im Daimler-Werk in Rastatt (Baden-Württemberg): Erneut steht Daimler wegen Scheinwerkverträgen vor Gericht.

StuttgartDer Autobauer Daimler muss sich erneut juristisch gegen Vorwürfe der Mitarbeiter-Beschäftigung mittels Scheinwerkverträgen zur Wehr setzen. Vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht scheiterte am Donnerstag der Versuch einer gütlichen Einigung zwischen dem Konzern und dessen Betriebsrat vom Standort Untertürkheim, wie das Gericht mitteilte. Am 21. Januar kommenden Jahres werde das Verfahren daher mit der Anhörung der Beteiligten weitergehen (AZ 16 BV 121/13).

Der Betriebsrat hatte demnach die gerichtliche Auseinandersetzung eingeleitet, um die Arbeitsverhältnisse zweier vorgeblich externer Mitarbeitern zu prüfen. Diese sind bei anderen Unternehmen angestellt und von diesen im Rahmen von Werkverträgen zum Arbeitseinsatz zu Daimler nach Untertürkheim geschickt worden. Nach Auffassung des Betriebsrat allerdings sind beide vollständig in die Betriebsabläufe bei Daimler eingegliedert und müssten somit direkt bei dem Autobauer angestellt werden.

Noch vor dem am Donnerstag abgehaltenen Gütetermin bei Gericht, habe der Konzern beschlossen einen der beiden Betroffenen ab Dezember als eigenen Mitarbeiter zu übernehmen, teilte das Gericht mit. Im Falle des zweiten Mannes (32) sei die Beschäftigung in ein Leiharbeitsverhältnis umgewandelt worden. Daimler argumentierte, das Verfahren habe sich damit erledigt. Trotz dieser Entwicklung wolle der Betriebsrat die Angelegenheit weiter juristisch klären.

Anfang August hatte das Landesarbeitsgericht Stuttgart in einem Berufungsverfahren im Falle zweier IT-Fachleute Scheinwerkverträge festgestellt. Nach Auffassung des Gerichts waren sie über Jahre hinweg wie reguläre Arbeitnehmer für den Autobauer tätig gewesen, ohne von diesem angestellt gewesen zu sein.

Kommentare (1)

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Schwabe

15.08.2013, 20:26 Uhr

Nun ja,

der "neue" Mitarbeiter bekommt dann eben nach einem halben Jahr Schamfrist während der Probezeit die Fristlose. Der Medienzirkus ist dann längst weitergewandert.

Vor 20 Jahren war ich bei einer Daimler-Tochter selbst betroffen. Die haben trotz 5-stelligem Vergleich vor dem Arbeitsgericht noch eine 6-stellige Summe für Sozialabgaben nachträglich abdrücken dürfen. Das tat weh;-)

Der Kauf eines Mercedes kam für mich danach nie mehr in Frage. Wer ein Auto dieser Marke fährt, signalisiert damit, - ACHTUNG Meinung nach Art. 5 GG - daß er die Ausbeutung von Menschen zumindest nicht aktiv bekämpft!

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