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13.02.2015

10:23 Uhr

Arcelor-Mittal

Stahlriese erwartet Gewinnrückgang

Arcelor-Mittal rechnet in diesem Jahr wegen einer Abkühlung in der Branche überraschend mit einem Gewinnrückgang. Der operative Gewinn soll voraussichtlich auf 6,5 Milliarden bis sieben Milliarden Dollar sinken.

ArcelorMittal rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang. dpa

Abkühlung auf dem Stahlmarkt

ArcelorMittal rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang.

BrüsselDer weltgrößte Stahlkonzern Arcelor-Mittal rechnet wegen einer Abkühlung in der Branche überraschend mit einem Gewinnrückgang in diesem Jahr. Der operative Gewinn werde voraussichtlich auf 6,5 Milliarden bis sieben Milliarden Dollar sinken, nachdem er noch 2014 um 8,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar gestiegen sei, teilte der Thyssen-Krupp-Rivale am Freitag mit. Analysten hatten bislang im Schnitt mit einem leichten Plus auf 7,4 Milliarden Dollar gerechnet. Wie dem deutschen Konkurrenten machen Arcelor-Mittal der Preiskampf und eine schwache Nachfrage zu schaffen.

Der weltweite Stahlbedarf dürfte nach Einschätzung von Arcelor-Mittal 2015 nur noch um 1,5 bis zwei Prozent steigen nach etwa 2,5 Prozent im vergangenen Jahr. Zudem würden die Preise für Eisenerz weiter fallen. In den ersten Wochen dieses Jahres seien sie schon um weitere 13 Prozent gesunken, nachdem sie 2014 bereits um fast die Hälfte eingebrochen seien.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Arcelor-Mittal stellt etwa sechs Prozent des Stahls weltweit her. Der Geschäftsverlauf des Unternehmens gilt daher als Indikator für die globale Konjunktur. Der Konzern verwies insbesondere auf seinen zweitgrößten Markt, die USA, wo die Stahlnachfrage nach seiner Einschätzung um bis zu ein Prozent abnehmen dürfte. In China schrumpfte der Stahlverbrauch 2014 das erste Mal seit 1981.

Auch Thyssen-Krupp kommt nach der Rückkehr in die Gewinnzone nur schwer in Schwung. Der operative Gewinn stieg zwar im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 um fast ein Drittel. Der Konzern profitierte dabei aber vor allem von Kostensenkungen in der Stahlsparte und niedrigeren Rohstoffkosten.

Von

rtr

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