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22.01.2007

12:00 Uhr

Areva greift nach Repower

Franzosen wollen deutschen Windanlagen-Bauer übernehmen

Der französische Hersteller von Atomkraftwerken, Areva, will den Hamburger Windanlagenbauer Repower übernehmen. Das könnte für die Franzosen eine schwierige Aufgabe werden, denn Repower steht seit einigen Jahren wegen schlechter Zahlen unter Druck.

HB FRANKFURT. Areva bietet für jede Repower-Aktie 105 Euro je Aktie in bar. Das entspreche einem Aufschlag von 17 Prozent im Vergleich zum letzten Schlusskurs, teilte das französische Unternehmen am Montag mit. Die ehemals im TecDax notierten Aktien von Repower waren am Freitag mit einem Plus von knapp einem Prozent auf 89,86 Euro aus dem Handel gegangen.

Das Angebot sei freundlich, erklärte Areva. Repower begrüßt das Übernahmeangebot. „Wir kennen das Unternehmen und glauben, dass es der richtige Partner ist“, sagte eine Repower-Sprecherin. Areva unterstütze die Strategie des Unternehmens und sei bereit, künftiges Wachstum zu finanzieren.

Mit der Übernahme will Areva seine Position im Bereich CO2-freier Energieerzeugung stärken, wie die Vorstandschefin von Areva, Anne Lauvergeon, den geplanten Zukauf begründete. Bedingung für das Angebot sei jedoch, dass Areva mehr als 50 Prozent aller ausgegebenen Aktien angedient werden.

Mit 29,9 Prozent ist der weltgrößte Hersteller von Atomkraftwerken größter Einzelaktionär von Repower und stellt auch den Aufsichtsratsvorsitzenden, Bertrand Durrande. Das französische Unternehmen war 2005 bei dem Windanlagenhersteller eingestiegen und hatte sich damals mit knapp 21 Prozent an Repower beteiligt. Durch eine Kapitalerhöhung vor knapp einem Jahr stieg dieser Anteil. Zweitgrößter Einzelaktionär ist die portugiesische Martifer-Gruppe mit gut 25 Prozent, 45 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Der Hamburger Windanlagenbauer hatte im Laufe von 2006 nach zwei Jahren im Minus wieder die Gewinnzone erreicht. Für das vergangene Jahr stellte Repower zuletzt einen Umsatz von 450 Mill. Euro und ein Vorsteuerergebnis (Ebit) von elf bis 13,5 Mill. Euro in Aussicht, warnte jedoch, dass diese Ziele von Lieferverschiebungen bedroht sein könnten.

Areva will die Übernahme des zu Beginn des zweiten Quartals abschließen. Das erklärte das Unternehmen am Montag in einer Telefonkonferenz. Areva hält zurzeit knapp 30 Prozent an Repower und hat am Morgen ein Gebot über 105 Euro je Aktie in bar abgegeben.

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