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16.05.2012

19:06 Uhr

Argentinien

Repsol klagt gegen Verstaatlichung von YPF

Repsol will sich die Verstaatlichung von YPF durch Argentinien nicht gefallen lassen und reichte gegen die Regierung Klage ein. Die spanische Ölfirma verlangt von Buenos Aires eine Entschädigung für den Verlust.

Eine Repsol-Tankstelle in Madrid. Reuters

Eine Repsol-Tankstelle in Madrid.

MadridDer spanische Erdölkonzern Repsol hat Argentinien wegen der Teilverstaatlichung seiner argentinischen Tochterfirma YPF verklagt. Die Klage wurde von Repsol und einem weiteren früheren Anteilseigner, der US-Firma Texas Yale Capital, eingereicht. Das Unternehmen forderte in der Sammelklage am Mittwoch in New York ein Übernahmeangebot der argentinischen Regierung für die kürzlich verstaatlichten YPF-Anteile sowie eine Entschädigung für Verluste, die in den vergangenen Wochen durch einen Kurseinbruch entstanden waren. Angaben zur Höhe der Forderungen machte der Sprecher von Repsol nicht.

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hatte am 4. Mai ein Gesetz unterzeichnet, das die Enteignung von 51 Prozent der Anteile von YPF verfügt. Bis dahin war Repsol der größte Anteilseigner bei YPF. Kirchner begründete die Maßnahme unter anderem mit den scharfen Preissteigerungen bei den Ölimporten und den zu geringen Investitionen von YPF.

Repsol hat angekündigt, eine Entschädigung von mindestens zehn Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro) für seine Anteile zu verlangen. Nach Angaben Argentiniens hinterlässt Repsol aber neun Milliarden Dollar Schulden, nachdem es in gerade einmal gut einem Jahrzehnt 15,7 Milliarden Dollar aus der Firma gezogen und ins Ausland gebracht hat, ohne sie wieder zu reinvestieren. YPF war bis zur Privatisierung im Jahr 1992 unter Präsident Carlos Menem Argentiniens staatliche Erdölgesellschaft.

In einer separaten Nachricht an die Regierung informierte Repsol sie darüber, dass das Unternehmen Beschwerde bei der Weltbank einlegen werde. Argentinien hatte Repsol Anfang Mai kurzerhand enteignet und YPF übernommen. In Argentinien wurde die Entscheidung durchweg positiv aufgenommen; Spanien und die EU drohten indes mit Vergeltungsmaßnahmen.

Kommentare (1)

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EUSperre

16.05.2012, 18:52 Uhr

Argentinien verstaatlicht freie Konzerne anderer Länder. Zwingt per Gesetz ausländische Firmen dazu in Argentinien Produktionsstätten zu bauen ansonsten muss ein hoher Strafzoll gezahlt werden.
Aber Argentinien möchte selbstverständlich am freien Welthandel ohne Beschränkung teilnehmen. Das geht nur wenn man selber anderen ebenfalls den freien Handel einräumt und sich nicht die Rosinen rauspickt.
Also entweder Aufheben der Verstaatlichung und der Produktionsstätten Gesetze oder die EU und USA erlassen Einfuhrbeschränkungen für Produkte aus Argentinien.

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