Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.11.2014

12:25 Uhr

Arizona verklagt General Motors

US-Bundesstaat wirft Autobauer verschweigen von Sicherheitsmängeln vor

Wegen des absichtlichen Verschweigens von Sicherheitsmängeln verklagt der US-Bundesstaat Arizona den Autobauer General Motors. Dieser habe die Öffentlichkeit unnötigen Risiken ausgesetzt. Es geht um Milliarden.

General Motors wird vom US-Bundesstaat Arizona auf eine Milliardenstrafe verklagt. Der Konzern habe die Öffentlichkeit unnötigen Risiken ausgesetzt. Reuters

General Motors wird vom US-Bundesstaat Arizona auf eine Milliardenstrafe verklagt. Der Konzern habe die Öffentlichkeit unnötigen Risiken ausgesetzt.

BangaloreDer US-Bundesstaat Arizona verklagt wegen Sicherheitsmängeln den größten amerikanischen Auto-Hersteller General Motors. Die Opel-Mutter habe die Öffentlichkeit unnötigen Risiken ausgesetzt, hieß es in der eingereichten Klage. Technische Mängel seien absichtlich verheimlicht worden, um nicht zu viele Autos überarbeiten zu müssen.

Die „New York Times“ berichtete unterdessen, Arizona verlange von dem Unternehmen drei Milliarden Dollar als Wiedergutmachung. Pro Verstoß könnte es dem Generalstaatsanwalt von Arizona zufolge eine zivilrechtliche Strafe bis zu 10.000 Dollar geben.

Das Rückruf-Debakel von General Motors

13. Februar 2014

GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

25. Februar 2014

GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. In Europa sind einige Tausend Roadster Opel GT betroffen. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

12. März 2014

Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten.

6. März 2014

Barra leitet eine interne Untersuchung ein. Zuvor war bekanntgeworden, dass die US-Sicherheitsbehörde NHTSA überprüft, ob GM den Rückruf verschleppt hat. In US-Medien häufen sich Geschichten von Unfallopfern.

17. März 2014

GM ruft weitere Autos wegen anderer Defekte zurück, etwa wegen Airbag-Ausfällen. Auch aktuelle Modelle sind nun betroffen. Wegen der Zündschlösser gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen.

19. März 2014

Die US-Regierung bestraft Toyota wegen der Pannenserie 2009/2010. Die Japaner müssen 1,2 Milliarden Dollar zahlen. Auch hier lautet der Vorwurf, der Konzern habe die Probleme zunächst vertuscht.

29. März 2014

GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

31. März 2014

Der nächste Ruf startet wegen ausfallender Servolenkungen. GM beordert nun wegen diverser Mängel insgesamt 6,3 Millionen Wagen in die Werkstätten. Die Kosten schnellen auf 750 Millionen Dollar hoch, später veranschlagt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar.

2. April 2014

Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

10. April 2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure wegen der Zündschlösser. Zwei Wochen später wird die Entwicklungsabteilung umgebaut und deren Chef scheidet aus. Zwischenzeitlich gehen auch die Personalchefin und der Kommunikationschef.

23. April 2014

GM erklärt, die ersten Ersatzteilpakete mit Zündschlössern versandt zu haben. Nun starten die Reparaturen.

30. Juni 2014

Ein weiterer Rückruf betrifft 8,4 Millionen Wagen weltweit, die meisten davon in den USA. GM zufolge hätten diverse Wagen Defekte. „Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben“, erklärte Firmenchefin Mary Barra in Detroit.

Die technischen Probleme, um die es in der Klage geht, umfassen etwa Zündschlösser, Airbags, Sicherheitsgurte und Bremslichter. GM entschädigt Kunden bereits wegen der Mängel und hat Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordert. Das Unternehmen war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×