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17.06.2011

16:51 Uhr

Arktis-Projekt

Rosneft lotet Kooperation mit Chevron aus

Nachdem der russische Ölriese Rosneft aus der Allianz mit BP ausgestiegen ist, castet das Unternehmen den US-Konzern Chevron, um die prallen Ölvorkommen in der Arktis auszubeuten. Im Rennen sind aber auch andere Ölmultis.

Nach dem Scheitern der Allianz mit BP sucht Rosneft einen neuen Partner für die Ölförderung in der Arktis. Quelle: ap

Nach dem Scheitern der Allianz mit BP sucht Rosneft einen neuen Partner für die Ölförderung in der Arktis.

St. PetersburgDer russische Staatskonzern Rosneft sucht nach dem Scheitern der Allianz mit BP einen neuen Partner für die Ölförderung in der Arktis. Rosneft führe nun mit dem US-Ölkonzern Chevron Gespräche über eine mögliche Kooperation, sagte Rosneft-Chef Eduard Chudainatow am Freitag.

Streitereien mit der eigenen Geschäftstochter hatten Mitte Mai den geplanten milliardenschweren Einstieg des britischen Ölmultis BP in der russischen Arktis vereitelt. BP hätte durch eine Kooperation mit Rosneft den Zugriff auf große Gebiete in der südlichen Karasee erhalten, wo die Briten Milliarden Barrel an Erdöl und Gas vermuten.

Grund für den Kollaps der Gespräche war der erbitterte Widerstand der vier russischen Oligarchen, die gemeinsam mit BP das russische Joint-Venture TNK-BP betreiben.

Neue Hackordnung auf dem Ölmarkt

Derzeit lotet auch der britisch-niederländische Ölmulti Shell eine Allianz mit Rosneft aus - gelingt der Deal, könnte es auf dem Ölmarkt bald eine neue Hackordnung geben, wenn Shell BP aussticht.

Shell nutzt offenbar die Schwäche des Konkurrenten BP. Das Unternehmen verhandelt mit der russischen Regierung über Fördermöglichkeiten in der Arktis sowie die Zusammenarbeit mit dem Kreml-Konzern Rosneft. „Ich war kürzlich zu Gesprächen in Russland. Der Fokus der russischen Regierung und des Rosneft-Konzerns liegt eindeutig auf der Exploration in der Arktis“, sagte Shell-Chef Peter Voser Ende Mai dem Handelsblatt. „Wir sind interessiert, uns an den entsprechenden Projekten zu beteiligen“, sagte er.

Shell hat offenbar gute Chancen, die Rolle des Wettbewerbers BP zu übernehmen, der ursprünglich gemeinsam mit Rosneft die lukrativen Ölvorkommen in der Arktis ausbeuten wollte. In der Region liegt Experten zufolge ein Fünftel der bislang unentdeckten Ölreserven.

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