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24.09.2013

17:22 Uhr

Armaturenhersteller

Poker um Grohe geht weiter

Noch in dieser Woche könnte Grohe seine Börsenpläne vorantreiben. Die einzige Alternative: Der Verkauf an den japanischen Konkurrenten Lixil. Denn das Schweizer Unternehmen Geberit ist nicht mehr mit im Rennen.

Ein Grohe-Duschkopf. Insider wissen: „Jetzt pokert jede Seite um den besten Preis.“ dpa

Ein Grohe-Duschkopf. Insider wissen: „Jetzt pokert jede Seite um den besten Preis.“

FrankfurtDas Feilschen um die Zukunft des Badezimmer-Ausrüsters Grohe geht in die heiße Phase. Das Unternehmen könnte demnächst an die Börse gebracht oder an den japanischen Rivalen Lixil verkauft werden, sagten zwei mit dem Verkaufsprozess von Grohe vertraute Personen am Dienstag zu Reuters.

„Jetzt pokert jede Seite um den besten Preis“, betonte ein anderer Insider. Der Schweizer Konzern Geberit, der ebenfalls als potenzieller Käufer gehandelt wurde, ist dagegen nicht mehr im Rennen. Das Unternehmen habe keine bindende Offerte für Grohe abgegeben, erklärte Geberit.

Die gute Entwicklung der Aktienmärkte spreche für ein „Initial Public Offering“ (IPO) des Unternehmens aus Hemer im Sauerland, erklärten Banker. Bereits am Donnerstag könnten die Eigner ankündigen, die Firma an die Börse bringen zu wollen ("Intention to float"), sagte einer von ihnen.

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Andererseits hätte der Verkauf an einen Wettbewerber den Charme, das Unternehmen auf einen Schlag loszuwerden. Bei einem Börsengang würden die Grohe-Eigentümer, die Finanzinvestoren TPG Capital und Credit Suisse, nur einen Anteil verkaufen. Damit gingen sie das Risiko ein, lange auf einen guten Zeitpunkt für die Veräußerung der restlichen Anteile zu warten.

Von den Bietern, die verbindliche Gebote für Grohe eingereicht haben, sei Lixil der Favorit, erklärten Insider. Die Japaner hätten rund drei Milliarden Euro geboten. Ursprünglich hatten die Eigentümer aber auf bis zu vier Milliarden Euro gehofft. Der japanische Bad- und Kücheneinrichter Lixil erklärte, das Unternehmen wolle expandieren. Zukäufe seien dabei eine Option. Alle anderen Beteiligten wollten sich nicht äußern.

TPG und Credit Suisse hatten 2004 für Grohe 1,5 Milliarden Euro bezahlt. Ihre Umstrukturierungsmaßnahmen lösten wenig später die „Heuschreckendebatte“ um die Rolle von Finanzinvestoren in der deutschen Wirtschaft aus. Heute gilt Grohe allerdings als ein Musterbeispiel für einen gelungenen Konzernumbau unter Führung von Finanzinvestoren.

Von

rtr

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