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08.07.2013

09:33 Uhr

Arznei für Kinder

Bayer testet neues Bluter-Präparat

Der Pharmakonzern Bayer will in einem Test einen neuen Wirkstoff gegen die Bluter-Krankheit untersuchen. Die Studie ist Teil der Entwicklung eines neuen Medikaments. Bayer bringt dieses Feld einen großen Umsatz ein.

Der Leverkusener Chemiekonzern setzt auf ein neues Arzneimittel. AFP

Der Leverkusener Chemiekonzern setzt auf ein neues Arzneimittel.

FrankfurtBayer treibt die Entwicklung eines Bluter-Medikaments für Kinder voran. In einem Test mit Kindern will Bayer untersuchen, ob der Wirkstoff BAY 94-9027 bis zu einer Woche vor Blutungen schützen kann und auch zur Behandlung akuter Blutungen in Frage kommt. Teilnehmen sollen 50 Kinder im Alter von bis zu zwölf Jahren, die bereits eine Therapie mit einem anderen Wirkstoff erhalten haben. Der Pharma- und Chemiekonzern habe mit der Patientenaufnahme für eine zulassungsrelevante klinische Studie begonnen, teilte Bayer am Montag mit.

Dabei handelt es sich um eine Studie der Phase III. Jedes neue Medikament muss vor einer Zulassung drei Phasen der klinischen Erprobung am Menschen bestehen. Für eine ähnliche Studie mit Erwachsenen hatte der Konzern kürzlich die Patientenaufnahme beendet.

Geschichte von Bayer

Von einer Farbenfabrik zum Chemie- und Pharmariesen

Der Bayer-Konzern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Sie beginnt in Wuppertal Barmen vor 150 Jahren. Es war die Geburtsstunde der deutschen Chemieindustrie.

1863

Friedrich Bayer und Johann Weskott gründen am 1. August die Farbenfabrik Fried. Bayer & Co.

1899

Das Schmerzmittel Aspirin wird zum Patent angemeldet. Noch heute gehört das Medikament zu den umsatzstärksten Bayer-Präparaten.

1925

Nach gut 60 Jahren verliert Bayer seine Selbstständigkeit; das Unternehmen geht in die IG Farben auf. Aus Bayer wurde die IG Betriebsgemeinschaft Niederrhein.

1933

In Leverkusen leuchtet erstmals das Bayer-Kreuz auf. Es hatte eine Durchmesser von 72 Metern und war mit 2200 Glühbirnen bestückt. Es ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt geblieben.

1939

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird die Produktion der Chemieindustrie den Zielen der Kriegsführung untergeordnet. Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa wurden in vielen Betrieben eingesetzt, auch in Leverkusen.

1951

Bayer wird nach der Zerschlagung der IG Farben neu gegründet und Ulrich Haberland der erste Vorstandsvorsitzende.

1978

Bayer übernimmt das US-Unternehmen Miles, das nach dem Rückerwerb der Markenrechte in den USA 1995 in Bayer Corporation umbenannt wird.

2001

Bayer nimmt den Blutfettsenker Lipobay vom Markt, was den Konzern in eine tief Krise stürzt. Im gleichen Jahr erfolgt der Erwerb des Pflanzenschutzgeschäftes Aventis CropScience.

2005

Bayer löst das Chemie- und Teile des Kunststoffgeschäftes aus dem Konzern und bringt ihn als Lanxess AG an die Börse.

2006

Der Erwerb des Berliner Pharmaunternehmens Schering für rund 17 Milliarden Euro ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte.

2010

Marijn Dekkers wird Vorstandsvorsitzender. Der Niederländer mit amerikanischem Pass ist der erste externe Manager an der Spitze des Konzerns.

Bayer konkurriert bei Arzneien gegen die Bluterkrankheit unter anderem mit dem US-Konzern Baxter und dem dänischen Arzneimittelhersteller Novo Nordisk. Mit seinem Medikament Kogenate zur Behandlung der Hämophilie setzte der Leverkusener Konzern im vergangenen Jahr 1,182 Milliarden Euro um. BAY 94-9027 ist ein Blutgerinnungsfaktor VIII, der bei Menschen mit der vererbten Krankheit ganz fehlt und oder nur fehlerhaft gebildet wird. Bei den Betroffenen verlängern sich deshalb Blutungen gefährlich. Weltweit leiden etwa 400.000 Menschen an der Bluterkrankheit.

Von

rtr

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