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20.10.2016

12:00 Uhr

Arzneimittelhersteller

Roche-Aktionäre dürfen auf mehr Dividende hoffen

Der Schweizer Pharmariese Roche sieht sich nach drei Quartalen auf gutem Kurs zu seinen Jahreszielen. Von 2016 sollen die Anleger besonders stark profitieren.

Die Bilanz des Schweizer Arzneimittelherstellers ist kerngesund. Reuters

Roche-Tabletten

Die Bilanz des Schweizer Arzneimittelherstellers ist kerngesund.

ZürichDer Schweizer Pharmariese Roche will mit neuen Medikamenten die wachsende Konkurrenz durch Nachahmerprodukte abschütteln. Im laufenden Jahr rechnet der weltgrößte Krebsmedikamentehersteller mit insgesamt fünf Markteinführungen. "Das ist eine beispiellose Zahl von neuen Medikamenten in einer so kurzen Zeit", sagte Konzernchef Severin Schwan am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Roche kann neuen Schub brauchen, denn im Jahresverlauf flaute das Wachstum ab. In den ersten neun Monaten belief sich das Umsatzplus noch auf vier Prozent, insgesamt setzte Roche 37,5 Milliarden Franken um.

Mehr als die Hälfte der Verkaufserlöse im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten geht auf das Konto der drei Krebsmittel MabThera, Avastin und Herceptin. Allen drei Biotech-Arzneien drohen ab 2017 Umsatzeinbussen, weil nach dem Auslaufen des Patentschutzes günstigere Nachahmerprodukte - sogenannte Biosimilars - auf den Markt kommen dürften. Für Roche werde es immer dringlicher, mit guten Nachrichten zu neuen Produkten aufzuwarten, erklärte ZKB-Analyst Michael Nawrath. An der Börse verlor Roche nach dem Zwischenbericht leicht an Boden.

Im Verlauf des Jahres haben die Schweizer bereits das Medikament Tecentriq zur Behandlung von Blasenkrebs sowie drei weitere Arzneien gegen verschiedene andere Krebsformen auf den Markt gebracht. Tecentriq - Roches erste Krebs-Immuntherapie - sei vom Markt sehr gut aufgenommen und kürzlich in den USA auch gegen fortgeschrittenen Lungenkrebs zugelassen worden. Bis Jahresende erwarten die Basler die Verkaufsfreigabe der Arznei Ocrevus zur Behandlung der Nervenerkrankung Multiple Sklerose.

Nach drei Quartalen sieht sich Roche auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Für 2016 werde währungsbereinigt ein Umsatzanstieg um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag anvisiert. Roche will 2016 zudem den um Sonderfaktoren bereinigten Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie stärker als den Umsatz steigern. Die Aktionäre dürfen erneut mit mehr Dividende rechnen.

Zu den größten Roche-Eigner gehörte der ebenfalls in Basel sitzende Rivale Novartis. Konzernchef Joseph Jimenez hatte signalisierte, dass Novartis die Position abstoßen könnte, wenn sich die richtige Gelegenheit ergebe. Roche-Chef Schwan wollte sich am Donnerstag nicht dazu äußern, ob die beiden Konzerne zu dem Thema Gespräche führten.

Von

rtr

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