Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2011

12:16 Uhr

Arzneimittelhersteller

Stada plant Einkaufstour im Ausland

Um seine Geschäfte weiter auszubauen will der Arzneimittelhersteller erneut auf Einkaufstour gehen - vor allem in den Schwellenländern. Eine zweite Unternehmensanleihe könnte das nötige Kapital liefern.

Markenprodukte sollen das Geschäft von Stada vergrößern. Quelle: dpa

Markenprodukte sollen das Geschäft von Stada vergrößern.

FrankfurtDer Arzneimittelhersteller Stada will den Ausbau seiner Geschäfte im Ausland durch Zukäufe vorantreiben und erwägt eine zweite Unternehmensanleihe. Dabei hat Deutschlands drittgrößter Generikahersteller vor allem Schwellenländer im Blick, wie Konzernchef Hartmut Retzlaff am Donnerstag in Frankfurt auf der Hauptversammlung in Frankfurt sagte.

Zudem will das Unternehmen aus Bad Vilbel sein Geschäft mit Markenprodukten vergrößern, zu dem etwa Multivitamin-Präparate und die Sonnencreme-Marke Ladival gehören. Erst unlängst hatte Stada drei Zukäufe angeschoben. Der größte war die geplante Übernahme eines Arzneimittelpakets vom Rivalen Grünenthal für rund 360 Millionen Euro, wodurch der Konzern vor allem sein Osteuropa-Geschäft erweitert.

Auch größere Zukäufe sind nicht ausgeschlossen. „Sollte sich uns die Gelegenheit zu einem größeren Kauf bieten, könnten wir zu dessen Finanzierung auch andere Kapitalmaßnahmen wie beispielsweise die Platzierung einer weiteren Unternehmensanleihe heranziehen“, sagte Retzlaff den versammelten rund 300 Aktionären. Stada hatte 2010 erstmals eine Anleihe begeben. Die Platzierung des fünfjährigen Bonds hatte ein Volumen von 350 Millionen Euro. „Aber auch unabhängig von einem größeren Zukauf überlegen wir im Vorstand zurzeit, im Herbst dieses Jahres eventuell eine zweite Unternehmensanleihe zu platzieren“, sagte der Manager. Denn im vierten Quartal wird bei Stada ein Teil der Schuldscheindarlehen fällig, der durch eine Anleihe refinanziert werden könnte.

Angesichts der jüngsten Zukäufe deutete Stada zudem eine Anhebung seiner langfristigen Ziele an. Der Konzern will 2014 einen Umsatz von 2,15 Milliarden Euro erreichen, einen bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 430 Millionen und einen Konzerngewinn von 215 Millionen Euro. „In diesem Langfristausblick war von uns eine weitgehend organische Geschäftsentwicklung mit eingeplant“, sagte Retzlaff. Wenn Stada aber vollen Zugriff auf die Grünenthal-Produkte aus dem Zukauf habe, werde das Management eine Erhöhung dieser Ziele prüfen. Dies werde etwa zur Jahreswende 2011/12 geschehen, sagte Retzlaff.

An seiner Geschäftsprognose für das laufende Jahr hielt Stada fest. Es bestehe weiterhin die Chance für einen Anstieg des bereinigten Ebitda im hohen einstelligen Prozentbereich, sagte Retzlaff. Für 2010 standen 315,9 Millionen Euro in den Büchern.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×