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13.11.2013

12:53 Uhr

Arzneimittelhersteller

Stada profitiert von Wachstum in Osteuropa

Stada hat seinen Gewinn in den letzten neun Monaten um sieben Prozent gesteigert. Der Arzneimittelhersteller profitierte vor allem von einer dynamischen Nachfrage aus Osteuropa.

Arzneimittel-Produktion beim Pharmakonzern Stada im hessischen Bad Vilbel: Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn um fast ein Drittel auf 90,2 Millionen Euro. dpa

Arzneimittel-Produktion beim Pharmakonzern Stada im hessischen Bad Vilbel: Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn um fast ein Drittel auf 90,2 Millionen Euro.

Bad VilbelDas Generikageschäft in Deutschland entwickelt sich für den Arzneimittelhersteller Stada immer mehr zu einem Bremsklotz. Zwar steigerte Stada in den ersten neun Monaten den bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) um sieben Prozent auf 284,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Und auch der Umsatz legte zu, was aber vor allem an dem starken Geschäft in Osteuropa und einer kräftigen Nachfrage nach Markenprodukten lag. Das angestammte Deutschland-Geschäft mit Nachahmerpräparaten brach hingegen unerwartet stark ein. Dafür gaben die Anleger Stada die Quittung: Die Aktien des Pharmakonzerns lagen im MDax zeitweise knapp sieben Prozent im Minus.

Der durch Produkte wie Grippostad und Ladival-Sonnencreme bekannte Konzern setzte von Januar bis September 1,44 Milliarden Euro um, das sind acht Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dazu trug auch die Übernahme von Thornton & Ross bei. Mit dem britischen Pharmahersteller erweiterte Stada das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien gegen Erkältungen und Schmerzen.

Der Umsatz im Deutschland-Geschäft schrumpfte dagegen um sieben Prozent, im dritten Quartal sogar um 16 Prozent. Der Heimatmarkt steht bei Stada immerhin noch für 23,4 Prozent des Konzernumsatzes. Die Einbußen rühren unter anderem daher, dass Altverträge mit den Krankenkassen zu relativ günstigen Bedingungen abgelaufen sind und Stada bei manchen neuen Rabattverträgen zu schlechteren Konditionen nicht mitmachte, um Margen zu sichern.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

Stada-Chef Hartmut Retzlaff setzt daher seit einigen Jahren verstärkt auf das Ausland, da das Generika-Geschäft in Deutschland im Zuge der Rabattverträge mit den Kassen deutlich härter geworden ist. Steuerliche Effekte belasteten zusätzlich. Der bereinigte Konzerngewinn schrumpfte um fünf Prozent auf 100,3 Millionen Euro.

In Osteuropa schnellten die Umsätze dagegen um 24 Prozent hoch. Vor wenigen Wochen hatte Stada angekündigt, für 131 Millionen Euro ein Paket von Medikamenten für den russischen Markt zu übernehmen. Vor allem in Osteuropa war Stada zuletzt - auch durch Übernahmen - kräftig gewachsen. Dort bezahlen Patienten noch viel mehr aus der eigenen Tasche, der Gesundheitssektor ist weniger reguliert.

Im Geschäft mit Markenprodukten erhöhte Stada den Umsatz in den ersten neun Monaten um 15 Prozent. Für das Gesamtjahr stellte Konzernchef Retzlaff wie bisher einen Anstieg des Konzernumsatzes in Aussicht. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) will Stada um eine hohe einstellige Prozentrate erhöhen. Auch an seinen mittelfristigen Zielen hielt Stada fest.

Von

dpa

Kommentare (2)

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pro-d

13.11.2013, 11:22 Uhr

Ekelhaft, wie die Jünger von NSA und den Angriffskriegen (IRAQ, Afghanistan, Vietnam fast-Syrien) sich gegen ethische und erfolgreiche Wirtschaftssystem Deutschland wehren wollen.

+++++ alles was aus den USA kommt, ist schlecht
+++++ Bis auf Coca Cola
+++++ Obwohl bei Coca cola sollte man sich das nicht zu sicher sein
++++++++++++++++++++++++++++++++++

US-Ökonom: "Deutschland plündert die Welt aus!"
von Oliver Baron
Dienstag 12.11.2013, 17:10 Uhr


Der US-Ökonom Adam Posen, früheres Mitglied des geldpolitischen Komitees der Bank of England, erhebt schwere Vorwürfe gegen die deutsche Wirtschaftspolitik. In einem Interview mit dem US-Finanzsender CNBC sagte Posen:

„Die deutsche Wirtschaftspolitik hat fünf schwere Fehler. Erstens zahlen deutsche Firmen ihren Arbeitskräften keinen angemessenen Lohn, wenn man die hohe Produktivität der deutschen Wirtschaft berücksichtigt. Dadurch betrügt Deutschland die eigenen Arbeitskräfte. Zweitens investiert Deutschland nichts, weder im öffentlichen Sektor noch im privaten Sektor. Drittens bedeuten die vorherigen beiden Punkte, dass sich Deutschland einen Wettbewerb liefert mit Niedrig-Lohn-Volkswirtschaften. Viertens zockt Deutschland die anderen Euro-Länder und den Rest der Welt ab, weil es davon profitiert, dass der Euro deutlich schwächer ist, als es die Deutsche Mark wäre. Fünftens versucht Deutschland, seinen weltweiten Marktanteil auszubauen, während es überall in der Welt eine hohe Arbeitslosigkeit gibt. Dadurch wird Deutschland zum Exporteur von Deflation. Ich könnte noch einen sechsten Punkt nennen: Deutschland hat die ganzen faulen Kredite, die es Südeuropa geliehen hat, noch nicht abgeschrieben, so wie das die Franzosen, die Finnen und die Österreicher getan haben.

Die deutsche Wirtschaftspolitik sorgt aktuell also auf jede nur denkbare Art und Weise für Probleme.“

(*) Gomode-trader

David

13.11.2013, 11:22 Uhr

Ich würde mir wünschen, dass Agenturnachrichten nicht einfach übernommen werden. Die eigentliche Meldung ist, dass Stada, wenn man die Sondereffekte rausrechnet, ein Minus von 5 Prozent aufweist!!!
Alle Sätze davor inkl. Überschrift ist ein reines Schönschreiben der schlechten Nachricht. Entsprechend wird der Wert für diese 5 Prozent gerade am Aktienmarkt abgestraft.

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