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07.08.2012

17:24 Uhr

Arzneimittelhersteller

Stada trennt sich von zwei Produktionsstätten

Stada plant, zwei Produktionsstätten in Moskau zu verkaufen. Die Verträge dafür sollen noch im laufenden Quartal stehen. Die dortige Produktion will Stada in andere Werke in Russland verlagern.

Das Logo des Pharmakonzerns Stada. dpa

Das Logo des Pharmakonzerns Stada.

FrankfurtDer Arzneimittelhersteller Stada strafft die Produktion in seinem wichtigsten Auslandsmarkt Russland. Der Konzern plant, im laufenden Quartal zwei Produktionsstätten in dem Land an die neu entstehende Firma LLC DMN Invest in Moskau verkaufen, wie der Generikaproduzent am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Auch das Management der beiden Werke beteilige sich an dem Geschäft. Die Verträge sollen bis Ende September unterzeichnet werden. Einen Verkaufspreis nannte Stada nicht. Die dortige Produktion will Stada bis Ende 2014 in seine zwei anderen Werke in Russland verlagern.

Der Verkauf der zwei russischen Werke wird Stada zufolge das Ergebnis vor Steuern einmalig um rund neun Millionen Euro schmälern. Die nicht näher begründete Belastung soll im dritten Quartal als Sonderkosten verbucht werden. Stada will die Transaktion im vierten Quartal unter Dach und Fach bringen. Die beiden Werke beschäftigten zuletzt rund 400 Mitarbeiter, wovon zunächst 182 zu den neuen Eigentümern wechseln. Die neue Firma soll später weitere 200 Beschäftigte übernehmen, die zunächst noch zur Absicherung des Übergangs der Produktion bei Stada verbleiben.

An der Börse kam die Nachricht nicht gut an: Mit einem Minus von 3,1 Prozent auf 23,69 Euro war die Stada-Aktie zeitweise größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Mit der Transaktion erreicht der Arzneimittelhersteller nach eigenen Angaben sein Sparziel, konzernweit bis Ende 2013 insgesamt rund 800 Stellen abzubauen, voraussichtlich schon im laufenden Geschäftsjahr. Durch den Personalabbau in Russland könnten laut Stada einmalig weitere Kosten von bis zu zwei Millionen Euro anfallen. Aktuell geht das Unternehmen allerdings von weniger als einer Million Euro aus. Deutschlands drittgrößter Hersteller von Nachahmerpräparaten hat schon seit einiger Zeit verstärkt sein Augenmerk auf Osteuropa gerichtet. Nach Ansicht von Stada-Chef Hartmut Retzlaff wird Russland schon 2015 der größte Markt für Stada sein. Aktuell ist das noch Deutschland mit einem Umsatzanteil von 28 Prozent.

Von

rtr

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