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26.05.2011

18:01 Uhr

Asien-Markt

Bosch sucht nach Käufer für Bremsen-Geschäft

Angeblich peilt der weltgrößte Autozulieferer einen Verkaufspreis rund 500 Millionen Euro an. Der Verkauf des Geschäftsbereichs soll möglichst bis Jahresende abgeschlossen sein.

Montage von Dieselpumpen vom Zulieferer Bosch bei Mercedes. Quelle: dpa

Montage von Dieselpumpen vom Zulieferer Bosch bei Mercedes.

FrankfurtDer weltgrößte Autozulieferer Bosch sucht Finanzkreisen zufolge in Asien nach einem Käufer für sein Geschäftsfeld Bremsen. „Das Geschäft mit den sogenannten Basisbremsen ist technologisch nicht sehr hoch
entwickelt und daher für die großen Anbieter nicht so interessant“, sagte eine mit dem Verkaufsprozess vertraute Person zu Reuters.

Der Verkauf des Geschäftsbereichs, der unter anderem Bremssättel, nicht aber die elektronische Bremssteuerung umfasst, solle möglichst bis Jahresende abgeschlossen sein, sagten zwei weitere mit der Situation vertraute Personen. Als Verkaufspreis peile Bosch rund 500 Millionen Euro an. Bosch wollte sich dazu nicht äußern.

Die großen Spieler im Fahrzeug-Bremsengeschäft sind Continental aus Hannover und TRW aus den USA, die allerdings aus kartellrechtlichen Gründen als Bieter ausscheiden. Bosch hat sich bereits von einem Teil des margenschwachen Bremsengeschäfts getrennt: Die Aktivitäten in Nordamerika wurden an den japanischen Anbieter Akebono Brake Industry veräußert. Verhandlungen mit Akebono über die verbleibenden Bosch-Aktivitäten in Europa, Asien und Australien scheiterten jedoch. Daher musste sich Bosch Anfang März auf die Suche nach einem weiteren Interessenten machen.

„Die Sparte Basis-Bremse von Bosch wäre für einen asiatischen Käufer gut geeignet“, sagte ein für Bosch tätiger Banker. Zulieferer und Autobauer aus Asien - vor allem aus China - sind auf dem Sprung, um bei westlichen Herstellern und in deren Absatzmärkten stärker Fuß zu fassen.

Beispielsweise schnappte sich der chinesische Autobauer Geely die Traditions-Marke Volvo, der insolvente Zulieferer Saargummi ging an dessen chinesischen Partner Chongqing Light and Textile. Als mögliche Käufer kommen auch Finanzinvestoren in Betracht. Die Investmentgesellschaft Advent plane, die Bosch-Aktivitäten unter die Lupe zu nehmen, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Advent wollte sich dazu nicht äußern.

Der Verkaufsprozess bei Bosch könnte sich noch eine Weile hinziehen. Denn möglicherweise lasse sich die Geschäftseinheit nicht als Ganzes veräußern, sondern müsse in kleineren regionalen Einheiten verkauft werden, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Bosch erlöste Branchenkreisen zufolge zuletzt mit Basis-Bremsen rund 900 Millionen Euro und beschäftigte an 34 Standorten rund 5.000 Mitarbeiter. Der gesamte Bosch-Konzern setzte 2010 mit 276.000 Beschäftigten rund 47 Milliarden Euro um.


Reuters

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