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21.07.2017

14:36 Uhr

Aspirin

Bayer hat Lieferschwierigkeiten

Der Pharmaziekonzern Bayer rechnet bei der Lieferung von flüssigen Aspirin mit längerdauernden Einschränkungen. Das Schmerzmittel wird unter anderem in der Notfallmedizin bei einem akuten Herzinfarkt eingesetzt.

Hintergrund der Lieferschwierigkeiten seien qualitätsbedingte Produktionsausfälle, teilt das Unternehmen mit. dpa

Lieferprobleme

Hintergrund der Lieferschwierigkeiten seien qualitätsbedingte Produktionsausfälle, teilt das Unternehmen mit.

FrankfurtBayer hat Lieferschwierigkeiten bei einer bestimmten Darreichungsform seines Schmerzmittels Aspirin. Betroffen sei Aspirin i.v. 500 mg, das flüssig in Injektions- oder Infusionslösungen verabreicht wird, erklärte eine Bayer-Sprecherin und bestätigte damit entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“.

Das Mittel ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und wird etwa in der Notfallmedizin bei akutem Herzinfarkt eingesetzt. Hintergrund der Lieferschwierigkeiten sind qualitätsbedingte Produktionsausfälle. Die Ursache dafür nannte die Sprecherin nicht. Vorübergehend könne es zu einer Lieferunfähigkeit bei allen Packungsgrößen kommen. Bayer rechnet insgesamt mit „längerdauernden Einschränkungen"“ von voraussichtlich sechs Monaten.

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Bei akutem Herzinfarkt können Bayer zufolge statt Aspirin i.v. auch Aspirin-Tabletten 150 bis 300 mg eingesetzt werden. Diese wirkten zwar nicht so schnell wie die intravenöse Darreichungsform, sie seien aber nicht – wie der „Spiegel“ berichtete – unzuverlässiger. Bayer ist in Deutschland der einzige Anbieter von Aspirin i.v., was den Engpass heikel macht. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die zuständigen Behörden informiert und steht in engem Austausch mit den Kliniken. „Wir sind dran und sehen den Ernst der Lage“, sagte die Sprecherin. Um die Patientenversorgung zu gewährleisten, werde die bestellte Ware nur in einer angepassten Menge ausgeliefert, dabei hätten Notfallkliniken Vorrang. Aspirin in anderen Darreichungsformen ist von dem Engpass nicht betroffen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Leo Löwenstein

21.07.2017, 16:17 Uhr

Ist bestimmt nur nur Folge der Globalisierung, nicht die erste in diesem Sektor und sicher nicht die letzte.
Bin mal gespannt, wann Politiker zu der Erkenntnis gelangen, dass man strategisch wichtige Produktionen im Land haben muss.
Bei unseren Politikern vermutlich Fehlanzeige, denn Globalisierung ist das Non plus Ultra, leider nur für Konzerne. Die Menschen bleiben auf der Strecke.
Blöd ist, dass es immer mehr Menschen auf der Welt gibt.
Der Bevölkerungsrückgang in Deutschland wäre schon richtig, da die Produktion zunehmend von Maschinen übernommen wird, demnächst auch Auslieferungen und Einzelhandel (den es so nicht mehr geben wird).
Auch Lagerarbeiten werden immer mehr auf Maschinen verlagert.

Gut, dass wir bei schwindenden Arbeitsplätzen immer mehr unqualifizierte Menschen bei uns aufnehmen, das treibt die Ghettoisierung voran. Und damit immer mehr Gründe, die totale Überwachung zu forcieren.

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