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15.04.2011

09:29 Uhr

Atom-Katastrophe

RWE schockt wegen Japan-GAU mit Gewinnwarnung

Für die Aktionäre von RWE wird aus Vermutung nun Gewissheit: Vorstandschef Jürgen Großmann hat die Mittelfristziele auf den Prüfstand gestellt. Die Atomkatastrophe in Japan und das Atom-Moratorium schlagen ins Kontor.

Der Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers RWE, Jürgen Großmann, senkt den Daumen für die Mittelfristziele. Quelle: dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers RWE, Jürgen Großmann, senkt den Daumen für die Mittelfristziele.

Essen Der Energiekonzern RWE will nach der Atomkatastrophe in Japan seine Prognosen neu berechnen. "Die Mittelfristziele werden auf den Prüfstand gestellt", sagte RWE-Chef Jürgen Großmann der "Börsen-Zeitung". Durch Fukushima und das Atommoratorium hätten sich die Berechnungsgrundlagen und die Gewichtungen in der Branche verschoben.

Nach den erst im Februar präsentierten Prognosen geht RWE noch davon aus, dass das Betriebsergebnis im Jahr 2013 rund ein Drittel unter dem des Jahres 2010 liegen wird. Bei der nun anstehenden erneuten Überprüfung der Mittelfristziele kämen nicht nur Belastungen durch den Ausfall von Atomkapazitäten zum Tragen, auch positive Effekte müssten berücksichtigt werden. "Wir profitieren zum Beispiel von den gestiegenen Strompreisen, die sich allerdings erst mittelfristig in den Ergebnissen niederschlagen werden", sagte Großmann.

Die Aktie des Konzerns war am Freitag zu Handelsbeginn mit einem Minus von 0,7 Prozent größter Verlierer im Dax.

Die Atom-Krise hat massive Auswirkungen aufs RWE-Geschäft. Das Atommoratorium kostet dem Unternehmen 2011 einen dreistelligen Millionen-Betrag beim Ergebnis. RWE habe den Strom aus den nun abgeschalteten Biblis-Blöcken bereits auf Termin verkauft und müsse ihn nun zu höheren Preisen am Markt zurückkaufen, sagte er der "Börsen-Zeitung".

Im Gegensatz zum Konkurrenten RWE stellt der Energiekonzern Eon seine Mittelfristziele nach dem Atom-Moratorium nicht in Frage. "Für etwaige Anpassungen gibt es keine hinreichende Basis", sagte ein Konzernsprecher am Freitag. Eon halte sowohl an seiner Prognose für 2011 als auch an seinen mittelfristigen Zielen fest.

Von

rtr

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