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08.11.2012

15:09 Uhr

Atomausstieg

BDI warnt vor Kosten der Energiewende

Die deutsche Industrie warnt in einer Studie vor Milliardenkosten in Folge der Energiewende. Zudem würden die Strompreise deutlich zulegen. Umweltminister Altmaier überprüft derweil das Ziel der Stromverbrauch-Senkung.

Wird nicht müde vor den Kosten der Energiewende zu warnen: Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). dapd

Wird nicht müde vor den Kosten der Energiewende zu warnen: Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

BerlinOhne ein Gesamtkonzept zur Energiewende drohen die Kosten in den kommenden Jahren aus Sicht der deutsche Industrie zu explodieren. In einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten BDI-Studie hieß es, die nötigen Investitionen in die Stromversorgung bis 2030 könnten von 150 Milliarden Euro auf 350 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Die Feldstudien zeigten, dass die Ampeln bei den Strompreisen bereits heute "eindeutig bei Rot stehen", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel. Die Wirtschaft unterstütze zwar die Energiewende, fordere aber ein Gesamtkonzept. Sowohl Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) als auch Umweltminister Peter Altmaier (CDU) betonten, man wolle die Energiewende gemeinsam mit der Wirtschaft meistern. Sie sei nur ein Erfolg, wenn die Industrie dabei nicht ihre Wettbewerbsfähigkeit verliere, betonte Altmaier.

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Der Umweltminister zeigte sich dabei offen, die von der Regierung gesetzten Ziele wie dem um zehn Prozent sinkenden Stromverbrauch bis 2020 zu überprüfen. "Der Stromverbrauch blieb in den letzten Monaten gleich, aber er ist nicht gesunken. Also habe ich gesagt, müssen wir schauen, ob wir das schaffen können oder ob wir es revidieren", sagte der CDU-Politiker. Der BDI-Präsident hatte die Regierung wegen konkurrierender Ziele zu einem Gesamtansatz aufgefordert. Ohnehin würden sich durch die Energiewende die Strompreise bis 2030 um 15 bis 35 Prozent gegenüber der heutigen stärkeren Nutzung von fossilen Energien wie Kohle verteuern, heißt es in der BDI-Analyse. In den USA seien dagegen durch den Abbau von Schiefergas die Energiekosten sehr viel niedriger.


Einer Umfrage zufolge will die große Mehrheit der Deutschen auch am Atomausstieg festhalten, wenn deswegen die Preise für den Strom steigen sollten. In einer Erhebung für das Magazin "stern" erklärten 64 Prozent, die Energiewende sei richtig, selbst wenn sie teurer als geplant würde. 29 Prozent würden den Ausstieg aus der Atomenergie am liebsten rückgängig machen.

Kommentare (8)

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vandale

08.11.2012, 16:56 Uhr

Interessant ist wieviel Kreide der BDI Vorsitzende verspeist hatte bevor er zu diesen Aeusserungen antrat.

Interessant ist der Begriff "Exportschlager" im Zusammenhang mit der Energiewende. Wenig komplexe Solarmodule und Windmühlen lassen sich offensichtlich sehr wettbewerbsfähig in China und Indien fertigen. Weltweit ist der Neid auf die "Energiewende" sehr gering ausgeprägt. Eher findet man ein Erstaunen.

Interessant ist Begriff "Erfolg der Energiewende". Soweit man die Zukunft einschätzen kann ist ein mehr, oder minder grosses Desaster zu erwarten.

Das sich ein grosser Teil der Deutschen für eine "Energiewende" ausgesprochen hat, ist sicherlich jahrzehntelanger phantasievoller Propaganda zu verdanken. Eine faktennahe Darstellung der aktuellen Kosten "Erneuerbarer Energien", oder der Reaktorunfälle von Fukushima findet man nirgends in Deutschen Massenmedien.

Vandale
Vandale

Account gelöscht!

08.11.2012, 18:38 Uhr

Energiewende - das 9/11 (endloser Krieg gegen den Terror) der Energiebranche. Die nächsten zehn Jahre werden wir immer hören, dass die Preise steigen wegen der Energiewende.

Lügen, lügen, lügen. Vernunft oder Verantwortung wurden durch Gier ersetzt.

vandale

08.11.2012, 19:29 Uhr

Interessant sind auch die erwähnten Stromsparziele. Der Stromverbrauch der Industrie ist im wesentlichen abhängig von der produzierten Menge. Die technische Effizienzsteigerung liegt bei ca. 2%/Jahr.

Insofern bedeuted Stromeinsparung entweder dass die Betriebe weniger ausgelastet sein sollen. Dies kann man mit einer Wirtschaftskrise erzeugen.
Oder industrielle Produktionsstätten müssen neben anderen Gründen aufgrund des teuren Stroms ihre Produktion einstellen.
In beiden Fällen kommt man einer asketischen, ökoreligiösen Gesellschaft näher.

Vandale

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