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09.08.2011

10:34 Uhr

Atomausstieg belastet

Gewinneinbruch lässt RWE-Aktie abstürzen

Der Energiekonzern hat mit den Folgen der neuen Atompolitik zu kämpfen: Der Gewinn bricht in den ersten sechs Monaten ein - und zwar noch stärker als Experten erwartet hatten.

RWE-Chef Jürgen Großmann. Quelle: dpa

RWE-Chef Jürgen Großmann.

DüsseldorfDer Energiekonzern RWE muss nach der Atomwende einen Gewinneinbruch hinnehmen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im ersten Halbjahr um 25 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro gesunken, teilte der zweitgrößte deutsche Versorger am Dienstag mit. Die Erlöse seien mit 27,5 Milliarden Euro nahezu konstant geblieben.

Analysten hatten im Durchschnitt ein Ebitda von knapp 4,7 Milliarden Euro erwartet und den Umsatz auf 27,8 Milliarden Euro taxiert. Bereits am Vortag hatte RWE seine Prognose für 2011 gesenkt. Der Konzern erwartet nun unter anderem einen Rückgang des Ebitda um 20 statt bislang 15 Prozent. Der Aktienkurs des Versorgers verbilligten sich bis 10.20 Uhr um 5,80 Prozent auf 28,91 Euro, während der deutsche Leitindex um mehr als vier Prozent absackte. Am Vortag hatten die RWE-Papiere bereits mehr als fünfeinhalb Prozent eingebüßt und waren auf ihren tiefsten Stand seit siebeneinhalb Jahren gesackt.

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Die Belastungen aus dem Atomausstieg inklusive Brennstoffsteuer bezifferte der Konzern auf 900 Millionen Euro. RWE muss nach der Atomwende auf seine ertragreichen Atomkraftwerke Biblis A und B verzichten. Wegen des Atomausstiegs muss der AKW-Betreiber auch seine Rückstellungen für die Stilllegung und den Rückbau der Kraftwerke erhöhen. Bereits das Mitte März von der Bundesregierung verhängte dreimonatige Moratorium führte mit dazu, dass die Stromerzeugung im ersten Halbjahr sieben Prozent niedriger ausfiel. Die Nettoschulden kletterten auf rund 30 Milliarden Euro, nachdem sie Ende März bei 27,5 Milliarden Euro gelegen hatten.

Das betriebliche Ergebnis schmolz in den ersten sechs Monaten 2011 um 32,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis ging sogar um fast 40 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück. Bereits am Vortag hatte RWE seine Prognose für 2011 gesenkt. Der Versorger erwartet nun unter anderem einen Rückgang des Ebitda um 20 statt bislang 15 Prozent. Auch die Prognose für das betriebliche Ergebnis und das nachhaltige Nettoergebnis fällt niedriger aus. Die Ziele für 2013 hatte RWE angehoben.

Kommentare (2)

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09.08.2011, 08:17 Uhr

Die Arme RWE nur so wenig Gewinn. Ich finde die Unternehmen sollten auf dem Boden bleiben, Gewinn muß sein aber auch Gewinne dürfen nicht überzogen sein, denn das geht immer auf Kosten der Verbraucher. Die Gewinne und Gewinnerwartungen in der heutigen Zeit sind stark überzogen.

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09.08.2011, 10:48 Uhr

Ja,ja:"Die Dinosaurier werden immer trauriger..."

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