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21.03.2014

16:53 Uhr

Atomausstieg

Eon will AKW Grafenrheinfeld früher abschalten

Die Energiewende und ihre Folgen: Die Strompreise steigen unaufhaltsam – und gleichzeitig brechen die Gewinne der Stromkonzerne ein. Der Energiekonzern Eon überlegt deswegen offenbar, den Atomausstieg zu beschleunigen.

Ein Blick auf die Kühltürme des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld (Unterfranken), das Eon früher als geplant abschalten will. dpa

Ein Blick auf die Kühltürme des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld (Unterfranken), das Eon früher als geplant abschalten will.

München / DüsseldorfDer Energiekonzern Eon plant offensichtlich eine vorzeitige Abschaltung des unterfränkischen Atomkraftwerks Grafenrheinfeld bereits im Laufe des Jahres 2015. Grund seien die hohen Kosten, die der anstehende Austausch der Brennstäbe und die Brennelementesteuer verursachen, berichtete am Freitag die „Süddeutsche Zeitung“. Nun wachsen die Sorgen, dass die Versorgungssicherheit mit Strom in Bayern gefährdet wird.

Laut Ausstiegsfahrplan soll das Kernkraftwerk eigentlich erst zum Jahreswechsel 2015/16 vom Netz genommen werden. Der Konzern selbst bezeichnete den Bericht am Freitag lediglich als „Spekulation“. Besorgt zeigte sich dennoch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer: „Wir müssen im Laufe der nächsten Woche Klarheit schaffen“, sagte der CSU-Chef der „SZ“.

Offiziell ist bislang nichts. „Nach meinem Kenntnisstand liegt der Bundesnetzagentur kein Antrag auf Stilllegung dieses Kernkraftwerkes vor“, sagte ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Berlin. „Eon hat bisher keinen Antrag auf Stilllegung bei der Bundesnetzagentur gestellt“, betonte auch eine Sprecherin des bayerischen Wirtschaftsministeriums.

„Wir gehen davon aus, dass Grafenrheinfeld bis Ende 2015 am Netz bleibt.“ Außerdem habe der Konzern bereits die nächste „Beladung“ mit neuen Brennstäben beantragt, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte.

Doch ist seit langem bekannt, dass die Energiekonzerne kein Interesse daran haben, mit dem Betrieb von Atom- und konventionellen Kraftwerken Verluste zu machen. Allein die Brennelementesteuer schlägt mit zweistelligen Millionenbeträgen zu Buche.

„Es liegt auf der Hand, dass Eon betriebswirtschaftlich überlegt, ob sich der teure Austausch der Brennelemente für eine kurze Restlaufzeit von einigen Monaten rechnet“, sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).

Kommentare (1)

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21.03.2014, 18:33 Uhr

Preise explodieren und die Gewinne sinken massiv? Wo bleibt das Geld? Nur beim Staat/Politiker, damit wir überall einmarsvhieren können. Neueste Ziel: Afrika!!!

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