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01.11.2012

11:49 Uhr

Atomausstieg

Vattenfall will Kraftwerk in Brunsbüttel abreißen

Schon seit Jahren steht das Atomkraftwerk in Brunsbüttel still, nun will Vattenfall es auch abreißen lassen: Der Energiekonzern hat dazu einen Antrag eingereicht. Die Verschrottung ist allerdings heikel.

Technische Herausforderung: Das Atomkraftwerk in Brunsbüttel soll abgerissen werden – das kann sich jedoch über Jahre ziehen. dpa

Technische Herausforderung: Das Atomkraftwerk in Brunsbüttel soll abgerissen werden – das kann sich jedoch über Jahre ziehen.

BerlinDer Energiekonzern Vattenfall hat einen Antrag zum Abriss seines schleswig-holsteinischen Atomkraftwerks Brunsbüttel eingereicht. Er sei an das zuständige Kieler Energiewende- und Umweltministerium gerichtet worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. In den kommenden Monaten würden der Genehmigungsbehörde weitere Unterlagen übermittelt.

Brunsbüttel gehört zu jenen Reaktoren, die nach dem Atomausstieg von 2011 sofort abgeschaltet wurden. Die Anlage steht nach schweren technischen Pannen ohnehin seit Jahren still. Die schleswig-holsteinische Regierung aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) erhöhte zuletzt den Druck auf Vattenfall, um die Einleitung eines Abriss-Genehmigungsverfahrens zu forcieren.

Der Abriss eines Atomkraftwerks (AKW) dauert wegen technischer Herausforderungen und umfangreicher Genehmigungsverfahren in der Regel 15 Jahre und mehr. Experten arbeiten sich von außen nach innen vor, besonders heikel ist die Verschrottung des extrem radioaktiv verseuchten Reaktorkerns. Nach Expertenangaben fallen beim Abriss eines AKW rund 300.000 Tonnen Schutt und Schrott an, etwa ein Prozent davon ist dauerhaft verstrahlt und muss in geeignete Atommüll-Endlager gebracht werden.

Voraussetzung für einen Abriss von Brunsbüttel ist nach Angaben von Vattenfall die baldige Verfügbarkeit von Schacht Konrad als bundesdeutsches Endlager für schwach- und radioaktiven Müll. Das ehemalige Erzbergwerk bei Salzgitter in Niedersachsen wird derzeit umgebaut. Es ist aber unklar, wann es zur Verfügung steht. Nach letzten Angaben wird damit nicht vor 2019 gerechnet.

In Deutschland wurden und werden bereits zahlreiche Atomkraftwerke und Forschungsreaktoren abgerissen. Nach Angaben des Energiekonzerns Eon werden derzeit bundesweit 14 Reaktorblöcke an neun Standorten „zurückgebaut“. Für die im vergangenen Jahr im Zuge des Atomausstiegs sofort abgeschalteten acht Meiler liegen aber noch nicht in allen Fällen Anträge vor. Der Betreiber Eon stellte für seine betroffenen AKW bereits entsprechende Anträge, der Energieversorger EnBW entschied sich im August ebenfalls für den Rückbau von zwei nuklearen Kraftwerksblöcken und kündigte zügige Anträge an.

Von

afp

Kommentare (3)

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Thomas

01.11.2012, 12:57 Uhr

"verseucht"

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http://tinyurl.com/7fyagw3

vandale

01.11.2012, 14:32 Uhr

Hi Thomas..Ein Naturwissenschaftler würde Ausdrücke wie "verseucht" (Das ist ein Ausdruck der eine Kontamination mit einem vermehrungsfähigen Organismus kennzeichnet), "verstrahlt", sicherlich nicht verwenden.

Das sind Ausdrücke die die Grün-Rot sozialisierten Deutschen Journalisten mit ihren "Atomspezialisten" geschaffen haben. Für diese "Atomspezialisten" sind Kenntnisse der Kerntechnik, oder des Strahlenschutzes berufsschädigend wie man bei den Reaktorunfällen von Fukushime sehen konnte wo diese Spezialisten umso mehr Gehör fanden je phantasievoller sie berichteten.

Sachlich ist der Artikel jedoch nicht falsch/schlecht.

Die langen Stillstände vor der religiös motivierten Stilllegung des umweltfreundlichen Kernkraftwerks sind weniger technisch bedingt als einer systematischen Schikanetaktik seitens der politischen Vorgesetzten der Aufsichtsbehörde geschuldet.

Vandale

Rumpelstilzchen

01.11.2012, 14:48 Uhr

Nichts wie weg mit dem Ding!!!

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