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04.08.2016

15:40 Uhr

Atotech

Chinesen bieten für Berliner Chemiefirma

Drei Milliarden Euro fordert der Ölkonzern Total für das Berliner Unternehmen Atotech. Nachdem die Franzosen bereits Cinven und BC Partners zu Geboten aufforderten, wird nun auch Interesse aus China laut.

Nun scheint auch China an Atotech interessiert zu sein. picture alliance

Sinochem

Nun scheint auch China an Atotech interessiert zu sein.

FrankfurtDer chinesische Chemieriese Sinochem und mehrere Finanzinvestoren sind Insidern zufolge noch im Rennen um das Berliner Spezialchemie-Unternehmen Atotech. Der französische Ölkonzern Total, der Atotech zum Verkauf gestellt hat, habe neben den Chinesen auch Beteiligungsgesellschaften wie Cinven und BC Partners aufgefordert, verbindliche Gebote abzugeben, sagten mehrere mit dem Bieterprozess vertraute Personen zu Reuters.

Die Franzosen erhoffen sich einen Verkaufserlös von mehr als drei Milliarden Euro für den Spezialisten für Oberflächenveredlung und Anlagen für die Chip- und Leiterplattenindustrie. Total, BC Partners und Cinven wollten sich nicht dazu äußern, Sinochem war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Total-Finanzvorstand Patrick de La Chevardière hatte in der vergangenen Woche gesagt, er hoffe, den Kaufvertrag bis Oktober unterzeichnen zu können. Total hatte die Investmentbank Barclays im Juni mit dem Verkauf von Atotech beauftragt. Atochem ist die letzte verbliebene Spezialchemie-Tochter von Total, nachdem Bostik 2014 an Arkema verkauft worden war.

Die Firma hat ihre Wurzeln in der Galvanotechnik-Sparte von Schering, die 1993 an die französische Elf Atochem verkauft worden war. Das Berliner Unternehmen setzt im Jahr rund eine Milliarde Euro um und erwartet für das laufende Jahr einen operativen Gewinn (Ebitda) von rund 250 Millionen Euro.

Von

rtr

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