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28.01.2005

12:25 Uhr

Auch Mercedes und weitere Hersteller betroffen

BMW gehen die Einspritzpumpen aus

Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch hat massive Probleme mit einer an zahlreiche Autokonzerne ausgelieferten Dieseleinspritzpumpe.

Fehlende Dieseleinspritzpumpen verursachen einen Produktionsstopp in Dingolfing. Foto: dpa

Fehlende Dieseleinspritzpumpen verursachen einen Produktionsstopp in Dingolfing. Foto: dpa

HB STUTTGART. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Branchenkreisen. Der Münchner Autokonzern BMW bestätigte auf Anfrage, dass im Werk Dingolfing wegen Zuliefer-Problemen bei seinen Sechszylinder- Dieselmotoren die geplante Auszeit über Fasching um drei Tage verlängert werden muss. Dadurch könnten 3600 Autos der 5er-, 6er- und 7er-Reihe zunächst nicht gebaut werden. Die finanziellen Auswirkungen seien derzeit noch nicht einschätzbar. Auch Mercedes-Benz bestätigte die Probleme. Dort will man bis zur Lieferung fehlerfreier Hochdruckpumpen verstärkt Benzinmotoren bauen. „Bei uns steht aber nichts still“, sagte ein Sprecher.

Weder BMW noch Mercedes-Benz nannten Bosch als Lieferanten des fehlerhaften Teils. Bosch wollte sich auf Anfrage nicht äußern und verwies auf die Hersteller.

Wie dpa erfuhr, sind am stärksten BMW und Mercedes-Benz betroffen. In kleinerem Umfang seien auch Dieselmotoren von Audi und Opel tangiert. Auch der japanische Autobauer Toyota soll Probleme mit den Bosch-Dieselpumpen beklagen. Fehlerhaft seien Lieferungen ab Dezember 2004. Die Pumpen könnte nach einiger Zeit kaputt gehen.

Ob es auch Rückrufe geben wird, war am Freitag noch nicht bekannt. Bei Mercedes-Benz sind Vier-Zylinder-Dieselmotoren der Baureihen C, E, sowie von Viano und Vito, Fünf-Zylinder der E-Klasse sowie Sechs-Zylinder der E- und S-Klasse betroffen. Zwar gebe es jetzt einen gewissen Stau. „Aber wir können Produktionsrückstände kurzfristig aufarbeiten“, sagte ein Sprecher. Autofahrer, deren Mercedes in diesen Tagen ausgeliefert werden sollte, müssen nun warten, bis es fehlerfreie Dieselpumpen gibt. Die Hersteller und Bosch würden prüfen, wann dies der Fall sein werde, hieß es bei Mercedes-Benz.

In anderen Werken ist ein Produktionsstopp vermeidbar

Bereits in den vergangenen Tagen sei es zu Verzögerungen bei der Auslieferung von BMW-Fahrzeuge gekommen. Dies werde durch den Ausfall über Fasching noch „eine Zeit lang“ andauern, sagte der Sprecher. In anderen BMW-Werken könne man Produktionsstopps vermeiden, in Dingolfing habe der Dieselmotor aber einen sehr hohen Anteil an der gesamten Fertigung. „Unter dem Strich ist es daher besser, die Produktion runterzufahren, als den Sechs-Zylinder rauszunehmen“, sagte der Sprecher. Ob und wie der Zulieferer regresspflichtig gemacht werde, sei noch nicht entschieden. „Es steht BMW auf den Autos, deshalb müssen wir auch dafür gerade stehen.“

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