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04.04.2014

14:54 Uhr

Auch Nestlé im Rennen

Fresenius bietet bei Milliarden-Übernahme mit

Danone will sein Geschäft mit medizinischer Ernährung verkaufen. Zu den aussichtsreichen Bietern bei dieser Milliarden-Übernahme zählt der Dax-Konzern Fresenius. Doch er hat einen starken Konkurrenten aus der Schweiz.

Die Hauptzentrale von Fresenius in Bad Homburg. Der Dax-Konzern will sein Geschäft mit medizinischer Ernährung ausbauen. Reuters

Die Hauptzentrale von Fresenius in Bad Homburg. Der Dax-Konzern will sein Geschäft mit medizinischer Ernährung ausbauen.

Frankfurt/LondonDer Gesundheitskonzern Fresenius und der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestle haben Insidern zufolge im Rennen um eine milliardenschwere Übernahme in Frankreich die Nase vorne. Beide Unternehmen seien die letzten verbliebenen Bieter für das Geschäft mit medizinischer Ernährung, das der Lebensmittelkonzern Danone zum Verkauf gestellt hat, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Finale Gespräche könnten demnächst beginnen, erklärten die Insider. Möglicherweise könne die milliardenschwere Transaktion zeitnah in trockene Tücher gebracht werden.

Der Kaufpreis für die Danone-Sparte, die unter anderem Lebensmittel für Menschen mit schweren Allergien und Nahrung für Patienten mit Magensonden produziert, könnte sich Bankern zufolge auf rund vier Milliarden Euro belaufen. Allerdings sei es aus Kartellgründen unwahrscheinlich, dass Fresenius oder Nestle das gesamte Geschäft übernehmen können.

Den Dax-Konzern Fresenius, der mit seiner Sparte Kabi bereits klinische Ernährung, Infusionen, Medizinprodukte und Nachahmermedikamente herstellt, könnte der Zukauf aus Sicht von Experten voranbringen. „Strategisch würde die Übernahme für Fresenius Sinn machen“, sagt Ulrich Huwald von Warburg Research. Kabi würde so deutlich gestärkt, die Bedeutung der zuletzt schwächelnden Dialyse-Sparte FMC weiter abnehmen. „Auch Kabi selbst würde durch die Übernahme breiter aufgestellt“, betont Huwald. Bisher sei die Sparte stark abhängig vom Geschäft mit injizierbaren Nachahmermedikamenten in den USA.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Reuters hatte bereits im Februar exklusiv über das Interesse von Fresenius an der Danone Medical Nutrition berichtet. Die Franzosen sind in Europa Marktführer im Geschäft mit medizinischer Ernährung und erwirtschafteten in dem Bereich 2012 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 231 Millionen Euro. Weltweit werden mit medizinischer Nahrung rund 30 Milliarden Dollar umgesetzt. In Europa wuchs der Markt wegen Kürzungen in den Gesundheitssystemen vieler Länder zuletzt allerdings nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit.

Danone könnte mit dem Verkaufserlös von Medical Nutrition den Ausbau seiner Geschäfte mit Molkerei- und Baby-Produkten in Schwellenländern forcieren. Der Konzern, der in Deutschland vor allem für seine Actimel-Joghurtdrinks und Fruchtzwerge-Joghurts bekannt ist, will seine Abhängigkeit vom europäischen Markt reduzieren und künftig verstärkt auf Schwellenländer setzen.

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