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09.01.2012

12:08 Uhr

Audi-Chef Rupert Stadler

„Ein Werk in Nordamerika ist keine Frage des Ob“

VonCarsten Herz

Wie die anderen Premiumhersteller Mercedes und BMW wird auch Audi eine eigene Produktion in Nordamerika aufbauen, kündigt Vorstandschef Rupert Stadler an. Die Frage ist nur noch, wann es soweit sein wird.

Audi-Chef Rupert Stadler. Reuters

Audi-Chef Rupert Stadler.

Handelsblatt: Herr Stadler, reisen Sie gerne in die USA?

Rupert Stadler: Ja, denn das Geschäft in den USA macht uns viel Spaß. Audi ist als Marke so präsent wie nie, und wir haben beim Absatz 2011 mit einem zweistelligen Plus abgeschlossen.

Dennoch ist Audi der einzige große deutsche Premiumhersteller in den USA ohne eigene Fertigung. Wird sich das bald ändern?

Wir wollen langfristig in den USA wachsen. Und dazu werden wir in den nächsten Jahren in Nordamerika mit einer Fertigung Fuß fassen. Das steht für mich außer Zweifel – da gibt es keinen Strategiewechsel.

Wann wird Klarheit herrschen?

Wir haben hier keine Eile. Gründlichkeit geht eindeutig vor Schnelligkeit. Unsere strategische Agenda steht, und zentral ist dabei, dass Audi in Nordamerika beträchtlich wachsen wird. Auch mit einer eigenen Produktionsstätte.

Eine Grundsatzentscheidung für ein Werk in Nordamerika ist also bereits gefallen?

Bei mir im Herzen und im Kopf ist die Entscheidung für ein Werk in Nordamerika klar. Es ist keine Frage des Ob, sondern lediglich noch des Wann.

Vita

Herkunft

Rupert Stadler ist der jüngste deutsche Autoboss – und einer der erfolgreichsten noch dazu. Mit 48 Jahren lenkt der Sohn eines Bauern aus dem bayerischen Altmühltal bereits seit Anfang 2007 die Geschicke der VW-Nobeltochter Audi, die, am Absatz gemessen, 2011 erstmals Mercedes-Benz hinter sich ließ.

Ambitionen

Stadler hat ein Ziel fest im Blick, wie er seit Jahren betont: Audi habe „ganz klar“ den Anspruch, „bis 2015 führende Premiummarke, Nummer eins“ zu werden. Ambitionen auf den VW-Chefsessel lässt sich der Manager nicht anmerken. „Ich habe hier genügend zu tun“, lautet seine Antwort auf entsprechende Fragen.

Es ist kein Geheimnis, dass Sie eine eigene Produktion in Mexiko bevorzugen. Wie stehen dafür die Chancen?

Grundsätzlich muss man bei solchen Entscheidungen viele Kriterien ins Kalkül ziehen. Wir brauchen das richtige Produkt, die richtige Kostenstruktur und die richtige Einkaufstiefe im Dollar-Raum. Darüber hinaus müssen wir die unterschiedlichen Zölle berücksichtigen, die für den Handel von Automobilen zwischen EU, Nafta (Nordamerikanische Freihandelszone mit den USA, Kanada und Mexiko, d. Red.) und Mercosur (Wirtschaftsverbund zwischen Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay, d. Red.) gelten.

Im Volkswagen-Management sähen es viele lieber, wenn auch Audi im neuen VW-Werk in Chattanooga produzieren lassen würde. Was spricht aus Ihrer Sicht dagegen?

Ich glaube, innerhalb des VW-Konzerns haben wir etliche sehr gute Ideen, um mit den richtigen Produkten in Nordamerika zu punkten. Ich bin sicher, das Werk in Chattanooga erreicht auch ohne Audi eine gute Auslastung.

Alle deutschen Konkurrenten lassen mittlerweile in den USA ihre Geländewagen produzieren. Ist das auch der Weg, den Audi einschlagen würde?

Das könnte eine von mehreren Möglichkeiten sein. Aber da sind wir noch nicht festgelegt. Wir spielen da noch verschiedene Szenarien durch.

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