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19.04.2012

08:44 Uhr

Audi-Chef zum Ducati-Kauf

„Kein Geschenk an Piëch“

VonLukas Bay

Der Volkswagen-Konzern hat jetzt auch Motorräder im Angebot. Ein Geburtstagsgeschenk an den VW-Patriarchen Ferdinand Piëch sei der Kauf des italienischen Herstellers Ducati aber nicht, betont Audi-Chef Rupert Stadler.

Audi schnappt sich Ducati. dapd

Audi schnappt sich Ducati.

HamburgNur einen Tag nach dem Geburtstag des VW-Patriarchen erwirbt Audi nach wochenlangen Spekulationen nun doch 100 Prozent der Ducati-Anteile. Die zeitliche Nähe sei allerdings purer Zufall, betont Audi-Chef Rupert Stadler. „Mit Ducati holen wir ein weiteres Stück Motorenkompetenz ins Unternehmen“. Ein Geburtstagsgeschenk an Ferdinand Piëch sei der Kauf nicht.

„Ducati passt von der Marken-DNA her gut zu Audi“. Wie genau ein Technologietransfer zwischen den Unternehmen aussehen könne, müsse sich allerdings erst zeigen. Audi gilt schon heute als Spezialist für Leichtbaukarosserien. Branchenbeobachter bezweifeln, dass durch die Übernahme entscheidende Synergieeffekte entstehen.

Mit Ducati wagt Volkswagen den Einstieg ins derzeit schwierige Motorrad-Geschäft. Der italienische Hersteller solle auch weiterhin als „Premiummarke“  im Preissegment von 15.000 bis 30.000 Euro geführt werden, so Stadler. Die Produktion von 240.000 Motorrädern im Jahr solle sukzessive ausgebaut werden. Langfristig sieht der Audi-Chef für den VW-Konzern auch bei Motorrädern „Potentiale im Mittelbau“. 

Einem Umbau des Managements nach Vorbild von Lamborghini erteilte Stadler eine Absage. „Es gibt überhaupt keinen Grund Änderungen vorzunehmen“. Einen Motorradführerschein hat Stadler übrigens noch nicht. Er versprach aber, dies nachzuholen.

Neues Werk in Mexiko
Auch zum neuen Audi-Werk in Mexiko äußerte sich der Konzernchef. So will die VW-Tochter dafür weniger als zwei Milliarden Dollar ausgeben. Die Investitionen seien günstiger, sagte Stadler. Der mexikanische Wirtschaftsminister Bruno Ferrari hatte von rund zwei Milliarden Dollar gesprochen. Auch in Konzernkreisen war zunächst von dieser Größenordnung die Rede.

Vorstand und Aufsichtsrat von Audi hatten am Mittwochabend den Bau eines neuen Werkes in Mexiko beschlossen, um von dort den wichtigen US-Markt zu beliefern. In Mexiko soll der in den Vereinigten Staaten besonders gefragte Geländewagen Q5 vom Band laufen, wie Stadler bestätigte. Das Modell wird bislang in Ingolstadt und in China produziert.

Das Werk werde eine Kapazität von 150.000 Fahrzeugen im Jahr haben - dies gilt in der Branche als Mindestgröße. Die Fabrik sei ausbaufähig, sagte Stadler. Den genauen Standort verriet der Audi-Chef nicht. „Wir wollen intelligent verhandeln.“ Wo das neue Werk entsteht, soll im Laufe des Jahres festgelegt werden.

VW baut in Mexiko bereits Autos in Puebla sowie Motoren in Silao. Mit dem neuen Werk macht sich Audi von Wechselkursschwankungen unabhängiger. Die Ingolstädter fahren derzeit einen ehrgeizigen Expansionskurs und wollen dem bayerischen Rivalen BMW die begehrte Marktführung im Premiumsegment entreißen.

Daimler haben sie bereits hinter sich gelassen. Um an die Spitze zu rücken, muss Audi auch in den USA, dem zweitgrößten Pkw-Markt der Welt, mehr Autos verkaufen, wo die Marke den beiden direkten Konkurrenten noch hinterherfährt.

(Mit Reuters)

Kommentare (3)

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Jens

19.04.2012, 09:48 Uhr

Das ist typisch Audi bzw. der VW Konzern. Hier im spziellen ist es so, daß Audi sich nicht mehr darauf beschränkt die Modellpolitik von BMW zu kopieren. Jetzt müssen sie sich auch eine Motorradabteung dazukaufen weil BMW ja auch erfolgreich Motorräder im Programm hat. Bleibt abzuwarten ob das bei Audi gut geht, denn bei BMW haben Motorrädern schon lange Tradition.

Olaf

19.04.2012, 11:12 Uhr

Es bleibt zu bezweifeln, ob DUCATI tatsächlich derzeit 240.000 Einheiten im Jahr produziert, wie es der Artikel oben ausdrückt. Es sind wohl eher 40.000 Eh

Beckmann

19.04.2012, 19:28 Uhr

Wenn es nicht ein Fehler des Journalisten war, ist es eine typische Übertreibung, wie sie gern von Audi unters Volk gestreut wird. Natürlich verkauft Ducati zuletzt nur 42.000 Motorräder (zum Vergleich BMW 104.000). Bei knapp 500 Mio. Umsatz fällt das Geschäft eigentlich nicht ins Gewicht. Eine weitere Spilerei des großen Vorsitzenden.

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