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22.01.2015

13:24 Uhr

Audi gegen Fiat-Chrysler

Q wie Querstellen

Sportliche Geländewagen verkaufen sich derzeit wie geschnitten Brot. Darum will Audi die Modellpalette erweitern. Doch Fiat-Chrysler (FCA) besitzt die Namensrechte für Q2 und Q4 – und stellt sich quer.

Für den Q7, der nun auf der Autoshow in Detroit vorgestellt wurde, liegen die Namensrechte bei Audi. dpa

Für den Q7, der nun auf der Autoshow in Detroit vorgestellt wurde, liegen die Namensrechte bei Audi.

IngolstadtFast jeder dritte Audi, der weltweit verkauft wird, ist mittlerweile ein SUV. Die Geländewagen Q3, Q5 und Q7 sind derart erfolgreich, dass man bei dem Autobauer lieber heute als morgen neue Modelle der Q-Reihe auf den Markt bringen wollen würde. Doch dabei haben die Ingolstädter ein Problem.

Wie das britische „Car Magazine“ berichtet fehlen Audi die Namensrechte für die Modellnamen Q2 und Q4. Denn die gehören der Fiat-Chrysler-Tochter Alfa Romeo. Die Italiener hatten mit dem Namenszusatz ihre Zweirad- und Vierradantriebsmodelle ausgezeichnet. Nun sollen die Italiener wenig Interesse daran haben, ihre Markenrechte an Audi abzutreten.

Zwar brauchen die Italiener die Markenrechte nicht unbedingt, doch Fiat-Chef Sergio Marchionne gilt als Intimfeind von Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Beide lieferten sich in der Vergangenheit schon legendäre rhetorische Schlachten. Hinter den Kulissen soll Marchionne alle Hebel in Bewegung setzen, um einen Deal mit Audi zu blockieren. Mit Alfa plant er derzeit selbst eine Erweiterung der Modellpalette, um die VW-Tochter im Premiumsegment zu attackieren.

Audi könnte mit den Namensrechten trotzdem deutlich mehr anfangen: 22 Milliarden Euro will der Konzern in den nächsten Jahren in neue Modelle investieren, darunter auch SUV. Der neue Q1, den der Konzern 2016 an den Start bringen will, müsste in der Logik der Modellreihe eigentlich Q2 heißen. Nach unten hin fehlt ein Modellname für ein noch kleineres SUV. Doch dafür bräuchte man die Zustimmung von Fiat-Chrysler (FCA).

Es ist nicht der erste Streit, den Audi um die Q-Reihe führt. Anfang 2013 hatte Audi es sogar auf einen Rechtsstreit mit dem chinesischen Hersteller Qoros angelegt, weil dieser sein Einstiegsmodell für den europäischen Markt zunächst GQ3 genannt hatte. „Der Buchstabe Q ist ein geschützter Bestandteil unserer Markenfamilie“, begründeten die Ingolstädter damals ihr striktes Vorgehen. Die Chinesen gaben damals nach, und nannten ihr Modell „Qoros 3“.

Von

bay

Kommentare (4)

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Herr Heinz Klein

22.01.2015, 13:42 Uhr

Zwar einerseits schön, dass Sie auf die Quelle Ihrer Informationen verlinken, auch wenn es nur eine andere Website ist. Von dieser Möglichkeit wird Online viel zu wenig Gebrauch gemacht! Allerdings enthüllt es in diesem Fall auch ein unschönes Detail: Der englische Bericht ist vom 15. Januar, also genau eine Woche alt...

Herr Heinz Klein

22.01.2015, 13:45 Uhr

Ich finde es sehr schön, dass Sie auf Ihre Quelle verlinken, auch wenn es in diesem Fall nur eine andere Website ist. Von dieser Möglichkeit wird in der Regel viel zu selten Gebrauch gemacht. So geht Online!
Hier enthüllt es aber ein unschönes Detail: Der englischsprachige Bericht ist vom 15. Januar, also genau eine Woche alt. So geht gar nicht Online!

Frau Handelsblatt Redaktion

22.01.2015, 13:55 Uhr

Der Bericht ist tatsächlich vor einer Woche erschienen, die Nachricht bzw. der Konflikt um die Namensrechte ist aber noch aktuell und wurde bisher nicht berichtet. Insofern haben wir uns für eine Veröffentlichung entschieden. Beste Grüße aus der Redaktion.

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