Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.03.2012

10:41 Uhr

Audi hat Vorkaufsrecht

VW will sein Reich um Motorradmarke Ducati erweitern

Dass sich der Haupteigner des Herstellers der legendären Ducati-Rennmaschinen von dem Motorradbauer trennen will, hatte Investindustrial schon bestätigt. Nun wird ein Verkauf an VW-Tochter Audi immer wahrscheinlicher.

Valentino Rossi auf einer Ducati-Rennmaschine. dpa

Valentino Rossi auf einer Ducati-Rennmaschine.

DüsseldorfVolkswagens Premiummarke Audi steht laut übereinstimmenden Medienberichten vor dem Kauf des italienischen Motorradherstellers Ducati. Die Nachrichtenagentur Bloomberg News berichtet unter Berufung auf informierte Personen, die Ingolstädter hätten sich bereits ein Vorkaufsrecht für die Marke gesichert und prüften nun bis Mitte April die Akquisition für insgesamt rund 850 Millionen Euro. Derzeit würden sie die Bücher von Ducati unter die Lupe nehmen, sagte ein Unternehmensinsider der Nachrichtenagentur Reuters.

Kommentar: VW hat bei Ducati nichts verloren

Kommentar

VW hat bei Ducati nichts verloren

Ducati steckt schwer in einer finanziellen Klemme. Die Not des italienischen Motorradbauers ist so groß, dass man um Hilfe aus Indien oder Wolfsburg bittet. Aber das wäre keine Rettung, das wäre das Ende.

Ein Audi-Sprecher und Ducati-Mehrheitseigner Investindustrial lehnten einen Kommentar zu den Spekulationen über eine zwölfte Marke für das VW-Imperium laut dem „Wall Street Journal Deutschland“ ab.

Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte bereits in der der Vergangenheit öffentlich Interesse an dem Hersteller gezeigt und gestanden, dass er selbst - wie beispielsweise auch der Schauspieler Brad Pitt - die teuren Rennmaschinen der Marke fährt. Er hatte es später als Fehler bezeichnet, die Marke nicht gekauft und sie dem Finanzinvestor Investindustrial überlassen zu haben.

Laut Bloomberg hat der größte Motorradhersteller Indiens, Hero Moto Corp, Anfang März ebenfalls Interesse an einem Kauf von Ducati bekundet. Auch früheren Berichten zufolge ist der Verkauf der Marke wahrscheinlicher als der ursprünglich angestrebte Börsengang. Investindustrial sucht nach eigener Aussage für weiteres Wachstum noch in diesem Jahr einen Industriepartner von Weltklasse. Das jedenfalls hat Andrea Bonomi, der Boss der Holding, die Ducati übernommen hatte, als Ziel ausgegeben.

Dass es hinter den Kulissen etwas anders aussieht, als es Bonomi wahrhaben will, hat sich jüngst gezeigt. Laut der amerikanischen Internetplattform Left Lane News türmen sich die Schulden des Zweiradbauers auf das 1,7fache seiner Einnahmen, die Zinsen noch nicht einberechnet.

Medienberichten zufolge haben Volkswagen, die Daimler-Tochter AMG und der indische Fahrzeugbauer Mahindra Interesse an einer Übernahme des angeschlagenen Unternehmens bekundet. Zunächst war auch BMW im Gespräch, doch die Münchener haben mittlerweile ein Engagement dementiert.

Der jetzt genannte mögliche Verkaufspreis wäre weit mehr als das Doppelte der Summe, mit der sich Investindustrial einst an Ducati beteiligte. Die Investmentgesellschaft der italienischen Familie Bonomi lotete schon im vergangenen Jahr einen Ducati-Börsengang in Hongkong aus.

Von

tia

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Hans

13.03.2012, 09:16 Uhr

VW bezahlt die ganze Expansion auf Pump. Sobald der Lauf von VW beendet ist, geht das große Abstoßen und Verkaufen los.

Account gelöscht!

13.03.2012, 09:30 Uhr

"Ich fahre eine BMW GS und Du?" "Ne`VW" :-)

Account gelöscht!

13.03.2012, 09:45 Uhr

BMW GS, der VW Golf unter den Motorrädern...^^

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×