Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.03.2016

11:04 Uhr

Audi und VW-Dieselgate

Audi rüstet sich für den „brutalen Wettbewerb“

VonMarkus Fasse

Audi hat 2015 über sechs Prozent weniger Gewinn eingefahren. Vor allem die Abgasaffäre des VW-Konzerns lastet auf dem Autobauer. In Ingolstadt sorgt das für eine trotzige Stimmung. Das Motto: „Jetzt erst recht“.

Rupert Stadler verkündet trotz Dieselgate im Konzern eine neue Aufbruchstimmung. Reuters

Der Audi-Chef in Genf

Rupert Stadler verkündet trotz Dieselgate im Konzern eine neue Aufbruchstimmung.

IngolstadtNormalerweise reicht so eine Bilanz für große Feiern: Seit 72 Monaten in Folge verkauft Audi mehr Autos als im Vormonat. Und doch herrscht in Ingolstadt eine Stimmung, die man schon fast trotzig nennen kann. „Jetzt erst recht“, sagt Vorstandschef Rupert Stadler, der Aufbruchstimmung erzeugen will.

Denn 2015 war kein gutes Jahr für Audi. Gemeinsam mit der Mutter Volkswagen ist Audi wegen der manipulierten Dieselmotoren in die Schlagzeilen geraten. In den USA drohen milliardenschwere Klagen und harte Auflagen der Behörden. Strafen und Rückrufe zehren am Geld und am Image. Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg und eine Reihe weiterer Topmanager mussten gehen.

Autokonzern setzt auf Digitalisierung: Audis Aufbruch

Autokonzern setzt auf Digitalisierung

Premium Audis Aufbruch

Wird das Auto bei Audi zur Nebensache? Firmenchef Stadler baut den Konzern für die Zukunft um. Schon bald könnte die Hälfte der Erlöse aus Dienstleistungen und Digitalangeboten kommen. Doch die Konkurrenz schläft nicht.

Wegen der Abgasaffäre hat die VW-Tochter im abgelaufenen Jahr weniger Gewinn eingefahren. Das operative Ergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 4,836 Milliarden Euro ab, wie der Ingolstädter Autobauer am Donnerstag mitteilte. Allein aus dem Dieselskandal fielen Kosten in Höhe von 228 Millionen Euro an – für technische Lösungen für die per Software manipulierten Motoren, für Rechtsstreitigkeiten oder für die Besänftigung verärgerter Kunden und Händler. Zudem stellte Audi für den Rückruf von Fahrzeugen mit einem möglichen Airbag-Defekt in Nordamerika 70 Millionen Euro zurück.

Der Umsatz kletterte dank eines Rekordabsatzes von 1,8 Millionen verkauften Pkw um 8,6 Prozent auf 58,42 Milliarden Euro. Damit lag die operative Rendite bei 8,3 Prozent - deutlich weniger als die 9,6 Prozent aus dem Vorjahr und auch weit hinter Konkurrent Daimler, der 2015 in seinem Pkw-Geschäft 10,0 Prozent Marge erzielte. Premium-Platzhirsch BMW hat noch keine Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt.

Angesichts der Resultate stutzt die VW-Tochter Audi ihrer Belegschaft den Bonus für 2015. Die Tarifmitarbeiter an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm bekommen im Schnitt 5.420 Euro, nach 6.540 Euro im Jahr zuvor, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte. Für Audi arbeiten etwa 60.000 Menschen in Deutschland, weltweit sind es rund 85.000. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatten die Ingolstädter die Erfolgsbeteiligung für die Beschäftigten abgeschmolzen. Bei Daimler erhielten die Tarifmitarbeiter für 2015 einen Bonus von bis zu 5650 Euro.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Heiner Koch

03.03.2016, 12:30 Uhr

Hatte bisher 11 Audi 100/A6. Das Preis-Leistungsverhältnis passt aber nicht mehr. Bei den letzten beiden Wagen einige technische Mängel, zum Glück in der Garantie. Preis : Ich bin im Außendienst und muss meine Wagen privat kaufen. Fahre ca. 90% geschäftlich,trotzdem bekomme ich nicht die Firmenrabatte.Habe mit regionalen Audi Mitarbeitern ( Händlerbetreuern)darüber gesprochen. Kommen sehr arrogant rüber .Bei den beiden andere Großen geht das anders. Noch 2 Wagen bis zur Rente. Da werde ich wohl mal beim nächsten Wagen ein anderes Fabrikat testen.

Account gelöscht!

03.03.2016, 12:45 Uhr

Audi profitiert doch wie keine zweite Tochter im Volkswagen-Konzern von der Plattformaufteilung.

Als Freund des Marken-Portfolios Volkswagen, und großer Verehrer von Dr. Winterkorn, beobachte ich die Marke seit Jahren und habe auch einige Ingolstädter bzw. Neckersulmer Fahrzeuge in meiner Garage zu stehen. Sowohl der Audi TT als auch im Highend der R8 bieten hochwertige Qualität und ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Herr Peter Insam

03.03.2016, 12:47 Uhr

Klar, erst mal wieder die Preise erhöhen. Mittlerweile erreichen praktisch alle Modelle bei nur wenig Zusatzausstattung astronomische Höhen. So lange das Gewerbe diese Fahrzeuge seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Dienstwagen anbietet, ist alles ok - trotz der immer höheren Versteuerung des geldwerten Vorteils. Bricht die Konjunktur dann jedoch mal ein, werden zuerst laufende Leasingverträge verlängert, was unweigerlich Auswirkungen auf den Absatz haben wird. Als Privatperson kann man sich Audi zumindest als Neuwagen nicht mehr leisten. Das gilt für alle deutschen Premiumprodukte...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×