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12.11.2015

15:52 Uhr

Audi wächst langsamer

Trotz VW-Skandal hohe Nachfrage in den USA

In den USA geht es für Audi trotz des Abgas-Skandals beim Mutterkonzern VW aufwärts. In China dagegen schrumpft die Nachfrage weiter. Jetzt hoffen die Ingolstädter Autobauer auf den neuen Bestseller.

In den USA zog die Nachfrage trotz des VW-Skandals im Oktober an. AFP

Audi-Händler in Illinois

In den USA zog die Nachfrage trotz des VW-Skandals im Oktober an.

IngolstadtAudi fährt der Konkurrenz BMW und Mercedes bei den Verkaufszahlen weiter hinterher. Die VW-Tochter hat ihren Absatz im Oktober um zwei Prozent gesteigert und weltweit gut 149.000 Autos ausgeliefert. In den USA zog die Nachfrage kräftig an, trotz des Skandals um manipulierte Dieselabgaswerte. Im größten Markt China dagegen ging der Verkauf leicht zurück.

Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter erklärte das langsamere Wachstum am Donnerstag auch mit dem „unmittelbar bevorstehenden Modellwechsel bei unserem Bestseller, dem A4.“ Das neue Mittelklasseauto läuft in Ingolstadt, Neckarsulm und China vom Band und kommt in diesen Tagen in Europa auf den Markt, Anfang nächsten Jahres dann in Übersee.

Folgen der Abgas-Affäre: Audi traut VW nicht über den Weg

Folgen der Abgas-Affäre

Audi traut VW nicht über den Weg

Die VW-Tochter Audi nimmt die Aufklärung des Dieselgates selbst in die Hand. Dies sei selbstverständlich kein Misstrauensvotum in Richtung Wolfsburg, heißt es seitens des Konzerns. Was aber sonst?

Die gefälschten Diesel-Abgastests dämpften die Nachfrage nicht: „Wir sehen nach wie vor keine Auswirkungen“, sagte ein Audi-Sprecher in Ingolstadt. In den USA legten die Audi-Verkäufe im Oktober um fast 17 Prozent zu. Der Q5-Geländewagen laufe dort sensationell, und Rabatte gebe Audi weniger als andere, sagte der Sprecher. In China dagegen rutschten die Audi-Verkaufszahlen um 3 Prozent unter das Vorjahresniveau. Damals war allerdings der vor Ort gebaute A3 gerade frisch zu den Händlern gekommen.

Seit Januar hat Audi 1,50 Millionen Autos verkauft, das entspricht einem Zuwachs von 3,6 Prozent. Voggenreiter sagte: „Wir liegen damit klar auf Kurs, im Gesamtjahr 2015 eine weitere Bestmarke zu erzielen.“

BMW setzte in den ersten zehn Monaten 1,84 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW und Mini ab und wuchs doppelt so schnell wie Audi. Der Stuttgarter Konkurrent Mercedes verkaufte seit Januar 1,53 Millionen Autos mit dem Stern und wuchs sogar doppelt so schnell wie BMW. Auch im Oktober verkauften die beiden Hauptkonkurrenten mehr Autos und legten stärker zu.

Große Rückrufaktionen der Autobranche

Millionen betroffen

Immer wieder müssen Autohersteller Wagen in die Werkstätten beordern. In der Abgas-Affäre steht Volkswagen mit insgesamt elf Millionen betroffenen Autos vor einer der größten Aktionen der vergangenen Jahre. Beispiele für große Rückrufe.

Oktober 2015

In der Diesel-Affäre ordnet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf für 2,4 Millionen Volkswagen-Fahrzeuge in Deutschland an.

September 2015

Fiat Chrysler muss in Nordamerika gut 1,7 Millionen Fahrzeuge wegen technischer Mängel in die Werkstätten beordern. Die Gründe sind Fehler am Lenkrad und Probleme mit Airbags.

August 2015

Wegen Airbag-Problemen ruft Volkswagen in den USA 420 000 Autos zurück. Schwierigkeiten mit einer Feder am Lenkrad könnten dazu führen, dass der Airbag bei einem Unfall nicht auslöst.

Juli 2015

Chrysler ruft in den USA 1,4 Millionen Wagen wegen einer Sicherheitslücke zurück, die zwei Hacker aufgedeckt hatten. Durch fehlerhafte Software könnten Autos aus der Ferne manipuliert werden.

Mai 2015

Der japanische Airbag-Hersteller Takata muss Gefahren bei insgesamt 19,2 Millionen Autos zugeben und läutet damit die bis dahin größte Rückrufaktion der US-Autoindustrie ein.

April 2015

Der japanische Kleinwagen-Spezialist Suzuki Motor ruft rund zwei Millionen Autos in die Werkstätten zurück, die meisten davon in Japan. Grund sind mögliche Defekte bei Zündschlössern.

März 2014

General Motors weitet die Rückrufaktion wegen Problemen an Zündschlössern aus. Betroffen sind mittlerweile rund 2,6 Millionen Fahrzeuge. Sie wurden meist in den USA und Kanada verkauft. Der Konzern muss sich für mindestens 13 Tote und 31 Unfälle verantworten.

November 2013

Volkswagen holt über 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Weltweit gibt es Qualitätsprobleme. Im selben Monat treten wegen diverser Rückrufaktionen des südkoreanischen Autobauers Hyundai drei Manager dieses Unternehmens zurück.

Juni 2013

Chrysler startet einen massenhaften Rückruf in den USA. Die Verkehrssicherheitsbehörde hatte gefordert, 2,7 Millionen ältere Jeep Grand Cherokee und Jeep Liberty zu prüfen - Tanks könnten bersten, wenn die Geländewagen gerammt würden.

Oktober 2012

Fast 7,5 Millionen Autos weltweit ruft Toyota wegen Problemen mit elektrischen Fensterhebern zurück.

Von

dpa

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