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25.09.2012

14:29 Uhr

Auf Druck der Regierung

Sanofi streicht weniger Stellen

Im Zuge einer „Neuorganisation“ will der französische Pharmakonzern Sanofi in Frankreich rund 900 Stellen streichen. Das sind deutlich weniger als befürchtet. Grund ist das Einschreiten von Frankreichs Regierung.

Sanofi will umbauen und gleichzeitig abbauen. AFP

Sanofi will umbauen und gleichzeitig abbauen.

ParisDer französische Pharmakonzern Sanofi will seine Forschung und die Herstellung von Impfstoffen „neu organisieren“. Wie die Leitung des nach Marktkapitalisierung zweitgrößten Unternehmen Frankreichs am Dienstag mitteilte, könnten hierbei in den nächsten drei Jahren rund 900 Stellen in Frankreich den Rotstift zum Opfer fallen. Besonders betroffen seien die Mitarbeiter der Forschungslabore in den südfranzösischen Städten Toulouse und Montpellier.

Dass es bei rund 900 Stellen bleiben soll, ist indes scheinbar dem Druck der französischen Regierung zu verdanken. Im Zuge der geplanten Umstrukturierung des Forschungsgeschäfts hatten Gewerkschaften ursprünglich den Verlust von 2500 Stellen befürchtet. Daraufhin intervenierte die sozialistische Regierung, die mit einer steigenden Arbeitslosenrate zu kämpfen hat, bei Konzernchef Christopher Viehbacher. Nach einem Treffen am Montagabend sei Viehbacher "den Empfehlungen der Regierung gefolgt", sagte Industrieminister Arnaud Montebourg.

Vertreter der Gewerkschaften boykottierten am Dienstag Betriebsratssitzungen an den unterschiedlichen Standorten, zu denen die Direktion eingeladen hatte. Die Gewerkschaften werfen der Konzernleitung vor, sie nicht über den gesamten Sozialplan informiert zu haben.

Sanofi beschäftigt weltweit rund 105.000 Mitarbeiter, davon 28.000 in Frankreich. Der Konzern war 2004 durch eine Fusion von Sanofi-Synthélabo und Aventis entstanden und firmierte zunächst unter Sanofi-Aventis.

Zu Aventis hatten sich 1999 die frühere deutsche Hoechst AG und der französische Pharmakonzern Rhône-Poulenc zusammengeschlossen. Die deutsche Tochter Sanofi-Aventis-Deutschland GmbH zählt rund 10.000 Beschäftigte, von denen die meisten im Industriepark Hoechst in Frankfurt am Main arbeiten.

Auch ein Stellenabbau bei Peugeot Citroen hat die Politik und Gewerkschaften auf den Plan gerufen. Im Zuge des Konzernumbaus will der Autobauer 8000 Arbeitsplätze streichen. Zudem soll das Werk Aulnay ganz stillstehen und der Standort Rennes verkleinert werden.

Von

afp

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