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14.01.2013

19:42 Uhr

Aufholjagd stockt

Daimler braucht zweiten Anlauf

Spätestens 2020 will Daimler der Konkurrenz davonfahren. Doch die geplante Aufholjagd lässt noch auf sich warten. Konzernchef Dieter Zetsche will nicht zu viel versprechen und spricht von einem zweiten „Übergangsjahr“.

Dieter Zetsche bei der Detroit Motor Show mit der neuen E-Klasse. AFP

Dieter Zetsche bei der Detroit Motor Show mit der neuen E-Klasse.

DetroitDaimler muss seine Aufholjagd im Rennen mit Audi und BMW weiter auf die lange Bank schieben. Nach dem ernüchternden „Übergangsjahr“ 2012 mit Gewinnwarnung, Sparprogramm und wachsendem Abstand zur Konkurrenz kann Konzernchef Dieter Zetsche auch für das laufenden Jahr noch keinen Wendepunkt versprechen. „Wir haben gesagt, dass wir spätestens 2020 vor unserem Wettbewerb sein wollen. Wir haben nicht gesagt, dass wir 2013 schon dort sein werden“, berichtete der Unternehmenslenker am Montag auf der US-Automesse in Detroit.

Zunächst habe man nicht von zwei Übergangsjahren gesprochen. „Jetzt machen wir das“, sagte Zetsche. Zwar stehe das Ziel 2020, doch der Daimler-Chef räumte auch ein: „Andererseits ist es natürlich nicht sehr vielversprechend, wenn wir bis 2019 eine Vergrößerung des Abstandes sehen und 2020 dann plötzlich vorne sein sollen.“ Wenn die Zeit nicht weiter davonlaufen soll, müsse Daimler vom Fleck kommen. Für die zweite Jahreshälfte 2013 versprach er „spürbare Verbesserungen“. Das Folgejahr 2014 solle dann „gut“ werden.

Bewegung gibt es dagegen schon an anderer Stelle: Wenn Daimlers chinesischer Partner BAIC seine Pkw-Sparte wie geplant an die Börse bringt, könnten die Stuttgarter mit einsteigen. Man sei in „ernsthaften Gesprächen“ über die eigene Rolle nach einem Börsengang, sagte Zetsche. Die Beijing Automotive Group will dieses oder nächstes Jahr den Schritt auf das Börsenparkett vollziehen.

„Keine Gespräche oder Informationen“ gibt es laut Zetsche dagegen zu einem möglichen größeren Einstieg des chinesischen Staatsfonds CIC bei den Schwaben. Der Fonds sei aber mit etwas mehr als einem Prozent der Aktien bereits Anteilseigner bei Daimler, sagte Zetsche. In den Medien war zuletzt spekuliert worden, dass der Staatsfond mit bis zu zehn Prozent bei Daimler einsteigen könnte.

Größte Autohersteller in den USA

Platz 10

BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

Platz 9

Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

Platz 7

Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

Platz 4

Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

Platz 3

Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

Platz 2

Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 1

General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Im Rennen um die Krone der Oberklasse-Hersteller bremse vor allem China die Schwaben. Nur in dem Riesenreich laufe der Konzern seinen selbst gesteckten Zielen hinterher, betonte Zetsche. Mit den jüngsten Reformen – Daimler krempelt das Vertriebsnetz um und installierte erstmals ein eigenes China-Vorstandsressort - sei der Grundstein für die Wende aber gelegt. Dennoch brauche das alles seine Zeit. „Das Ganze wird nicht von Januar auf Februar von Schwarz zu Weiß werden.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

14.01.2013, 21:20 Uhr

Der legendäre Edzard Reuter verprach den integrierten Technologiekonzern.

Der noch legendärere Schrempp die Hochzeit im Himmel.

Der noch nicht legendäre Zetsche verspricht seit vielen Jahren die Aufholjagd.

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