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04.11.2014

18:24 Uhr

Aufschwung trotz rückläufigem Privatmarkt

Automarkt profitiert von gewerblichen Zulassungen

In Deutschland sind erneut mehr Autos verkauft worden, fast alle deutschen Hersteller profitierten. Allerdings liegt der Aufschwung in gewerblichen Händen. Auf private Käufer werden immer weniger Neuwagen zugelassen.

Der Automarkt hat im Oktober leicht zugelegt, verdankt das allerdings allein gewerblichen Zulassungen. dpa

Der Automarkt hat im Oktober leicht zugelegt, verdankt das allerdings allein gewerblichen Zulassungen.

Berlin/FlensburgDer moderate Aufwärtstrend am deutschen Automarkt setzt sich fort. Mit 275 320 Neuwagen wurden im Oktober 3,7 Prozent mehr Autos zugelassen als ein Jahr zuvor, wie das Kraftfahrtbundesamt am Dienstag in Flensburg mitteilte. Dabei konnten die deutschen Marken fast ausnahmslos zulegen. Seit Jahresbeginn stiegen die Neuzulassungen um 3 Prozent auf knapp 2,6 Millionen Einheiten, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin berichtete.

Der zaghafte Aufschwung am deutschen Automarkt ist allerdings allein dem gewerblichen Flottengeschäft zu verdanken. „Die Kaufbereitschaft der privaten Kunden im Gesamtmarkt ist im Oktober mit knapp 96 000 Neuzulassungen um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen“, erklärte der Importeursverband VDIK in Bad Homburg. Laut KBA stieg der Anteil gewerblicher Zulassungen auf 65,2 Prozent an.

Der Privatmarkt bleibe in den ersten zehn Monaten des Jahres rückläufig. „Es sind die nach wie vor investitionsfreudigen Unternehmen, die den deutschen Automarkt derzeit vor einem Absturz bewahren“, sagte Ernst&Young-Experte Peter Fuß: Die Zulassungen auf gewerbliche Halter stiegen um 9 Prozent auf etwa 179 500.

Trotzdem können sich etwa Porsche (+35,8 %) und Mini (+13,4 %) über zweistellige Zuwächse im Oktober freuen. Auch Audi (+5,7 %), Opel (+4,4 %), Mercedes (+3,0 %) und BMW (+1,5 %) konnten den Absatz nach den KBA-Zahlen steigern. Lediglich Smart (-53,8 %) und Ford (-6,7 %) verloren. Der VW-Absatz stagnierte auf hohem Niveau: Die Marke behauptete mit 22,5 Prozent den größten Anteil an den Neuzulassungen.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Zudem profitieren deutsche Hersteller von der wachsenden Auslandsnachfrage. Die Exporte aus deutschen Werken stiegen im Oktober um drei Prozent auf 364 200 Autos, berichtete der VDA. Viele Abnehmer fanden die Autobauer zuletzt in China und den USA, während in Brasilien und Russland die schlechte Wirtschaftslage bremste. Auch manche europäischen Länder erholten sich nur mühsam, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. „Es gibt Luft nach oben.“ Weil auch die Aufträge aus dem Ausland wuchsen, bleibt die Branche aber zuversichtlich, dass die Ausfuhren auch in den kommenden Monaten leicht zulegen werden.

Von

dpa

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