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18.04.2012

20:44 Uhr

Aufsichtsratsgenehmigung

Audi darf seine Fabrik in Mexiko bauen

Der Aufsichtsrat hat Audi grünes Licht für sein geplantes Werk in Mexiko gegeben. Dort soll ein Geländewagen produziert werden. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren nicht zuletzt die niedrigen Lohnkosten.

Bisher wird der Audi Q5 in Ingolstadt produziert. Bald könnte er in Mexiko hergestellt werden. dpa

Bisher wird der Audi Q5 in Ingolstadt produziert. Bald könnte er in Mexiko hergestellt werden.

HamburgAudi beliefert den wichtigen US-Markt künftig aus einem eigenen Werk in Mexiko. Vorstand und Aufsichtsrat der VW-Tochter gaben am Mittwoch grünes Licht für den Bau einer Fabrik, in der ab 2016 ein Geländewagen vom Band laufen soll. Firmeninsidern zufolge handelt es sich dabei um den in den USA besonders gefragten Q5. Bisher wird dieser Wagen am Hauptsitz in Ingolstadt produziert und von dort in die USA verschifft. Mit dem Werksneubau in Mexiko macht sich Audi von Wechselkursschwankungen unabhängiger. Angaben zur Höhe der Investitionen machte Audi nicht. Der genaue Standort solle noch in diesem Jahr festgelegt werden.

Mit dem Vorhaben setzt sich Audi gegen Überlegungen aus dem Konzern durch, die zunächst einen Ausbau der Volkswagen-Fabrik in Chattanooga im US-Staat Tennessee vorgesehen hatten. Audi-Chef Rupert Stadler hatte in einem Reuters-Interview im Dezember bereits Sympathien für Mexiko erkennen lassen und dabei eine größere Flexibilität und niedrigere Lohnkosten in dem mittelamerikanischen Land hervorgehoben. Stadler erklärte nun, ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten Mexikos seien zudem die gute Infrastruktur und das Freihandelsabkommen gewesen. Die Konzernmutter VW baut in Mexiko bereits Autos in Puebla sowie Motoren in Silao.

Die Ingolstädter fahren derzeit einen ehrgeizigen Expansionskurs und wollen dem bayerischen Rivalen BMW die begehrte Marktführung im Premiumsegment wegschnappen. Daimler haben die Ingostädter bereits hinter sich gelassen. Um an die Spitze zu rücken, muss Audi auch in den USA mehr Autos verkaufen, wo die Marke den beiden direkten Konkurrenten noch hinterherfährt. Im abgelaufenen Jahr verkaufte die Marke mit den vier Ringen 117.600 Fahrzeuge, 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Mit Hilfe des neuen Werks sollen die Auslieferungen in einigen Jahren in den USA auf 200.000 Einheiten klettern.

Den Großteil seiner Oberklassemodelle vom kompakten A3 über den Mittelklassewagen A4 bis hin zu dem etwas größeren A6 und dem Flaggschiff A8 produziert Audi am Hauptsitz in Ingolstadt sowie in Neckarsulm. In Brüssel rollt zudem der Kleinwagen A1 vom Band. Darüber hinaus produziert Audi in Ungarn den sportlichen TT, im VW-Werk in Bratislava läuft der zusammen mit der Wolfsburger Mutter und Porsche entwickelte Q7 vom Band. In China, Audis wichtigstem Markt, werden zusammen mit lokalen Partnern Langversionen von A4 und A6 sowie der Geländewagen Q5 produziert, ab 2013 Modelle der A3-Serie.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.04.2012, 12:07 Uhr

Mit dem Blick von draußen hat man natürlich keinen Überblick über die Entscheidungskriterien die für den Standort Mexico als neuer Werk von Audi. Generell betrachtet kann diese Entscheidung jedoch ein Imagefehler sein. Der Hauptadressat für die dort zu bauenden Audis wird USA sein. Das ist auch das erklärte Ziel.
BMW und Daimler haben sich für die Südstaaten entschieden und ihr lokales Image ist gestiegen. Auch der Passat ist nun ein "Amerikaner". Audi bewegt sich im Premiumumfeld von Daimler und BMW als Wettbewerber. Da spielt Image eine größere Rolle als ein paar Dollar Lohnkosten. BMW ist heute als größter amerikanischer Autoexporteur auch auf der politischen Ebene hervorragend vernetzt. Auch die Daimler Modelle haben einen hohen Exportanteil. Das wird in USA sehr wohlwollend geschätzt. Audi könnte mit einer Entscheidung für einen Standort in den USA mit Exportpotential nach Südamerika, die Karibik und Kanada sich in diese Reihe einordnen und damit auch das Gesamtimage der deutschen Hersteller in USA gegenüber Korea und Japan anheben helfen. Also aus meiner Sicht hat sich Audi für den falschen Standort entschieden. Ich kenne seit mehr als 20 Jahren den amerikanischen Markt und die US-Amerikaner im besonderen. Beim ersten Rückruf eines Audis aus mexikanischer Produktion wird das bis jetzt hervorragende Image von Audi im Konzert mit BMW und Daimler einen Knacks bekommen.

gsticker

04.05.2012, 13:00 Uhr

Wie sehen die US-Amerikaner denn die ganzen Autos von US-Marken, die in Mexiko hergestellt werden?
Bei dem aktuellen Preisdruck in dem Segment des Q5 und der Automobil-Erfahrung in Mexiko ist dieser Schritt sicherlich nicht unklug.

Leo

07.11.2012, 13:23 Uhr

Hallo,
die Frage die sich mir stellt, wer plant für AUDI das neue Werk in Mexiko?
Hat AUDI eigene kapazitäten? Haben Sie die Kapazität das alleine zu machen oder macht es jemand für AUDI?
Wer ist der große Macher / Planer im Hintergrund der die Werke ins Ausland schiebt?

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