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09.01.2007

10:11 Uhr

Auftragsboom für A320

Airbus macht Riesengeschäft mit kleinen Jets

Während es beim doppelstöckigen Riesenjet A380 kriselt, brummt das Geschäft mit dem kleinen Bruder A320. Der europäische Flugzeugbauer Airbus kann sich zum Jahresanfang vor Aufträgen kaum mehr retten. Die Produktion der Brot-und-Butter-Maschinen muss hochgefahren werden. Davon profitieren auch die deutschen Mitarbeiter.

Die A320-Familie ist der Verkaufsschlager bei Airbus. Neben dem A320 selbst zählen zu der Gruppe der A318, A319 und A321. Foto: dpa

Die A320-Familie ist der Verkaufsschlager bei Airbus. Neben dem A320 selbst zählen zu der Gruppe der A318, A319 und A321. Foto: dpa

ali/fas PARIS/MÜNCHEN. Nach Angaben aus französischen Gewerkschaftskreisen gibt es bei Airbus Überlegungen, die Produktion auf 40 Maschinen pro Monat auszubauen. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte, dass es hierzu noch keine Vorbereitungen gebe. Derzeit produziert Airbus 30 Maschinen des A320 pro Monat. Um der Nachfrage vor allem aus Asien Herr zu werden, ist bisher eine Ausweitung der Produktion ab dem 1. Juli 2008 auf 36 Maschinen geplant, wie eine Sprecherin dem Handelsblatt sagte.

Die Bestellungen sind eine gute Nachricht für den Airbus-Standort Hamburg, wo rund die Hälfte der Mittel- und Kurzstreckenflugzeuge der Familie A320 endmontiert wird. Die andere Hälfte wird im französischen Toulouse zusammengebaut. Mittlerweile stehen bei Airbus 1 900 noch nicht gebaute A320 in den Büchern. Wer jetzt bestellt, bekommt sein Flugzeug erst weit im nächsten Jahrzehnt ausgeliefert. Besonders Billigflieger setzen auf die kleinen bis mittelgroßen Maschinen. Denn Flugzeuge mit einer Kapazität bis 250 Sitzplätzen und zwei Triebwerken lassen sich kostengünstig betreiben.

Um der Auftragsflut Herr zu werden, baut Airbus ein zusätzliches Werk in China. Ab 2011 sollen in der Hafenstadt Tianjin 4 Maschinen pro Monat produziert werden, um die Nachfrage aus China nach dem Kurzstreckenflugzeug mit einer eigenen Produktion befriedigen zu können. Denn in Asien winkt das größte Wachstum. In Indien und China mangelt es an Straßen. Das Transportmittel zwischen den Wirtschaftsmetropolen ist das Flugzeug. China baut seine Flughäfen massiv aus, Indien hinkt noch hinterher. In beiden Ländern werden Piloten knapp.

Kompensation für A380

„Die A320-Aufträge helfen uns, die fehlenden Stückzahlen der A380 zu kompensieren“, sagt ein deutscher Zulieferer der Luftfahrtbranche dem Handelsblatt. Airbus musste im vergangenen Jahr einräumen, dass der Riesenflieger A380 zwei Jahre später als erwartet zu den Kunden kommt. „Vier bis fünf A320 ersetzen uns die Produktion einer A380“, lautet die Rechnung des Zulieferers.

Auch der Bilanz der EADS-Tochter hilft der Boom bei den Kurzstreckenjets. Denn die verzögerte Auslieferung des Riesenairbus A380 schlägt bis 2010 mit knapp 5 Mrd. Euro zu Buche. Mit einem Stückpreis von 66,75 Mill. Dollar bringen die A320-Verkäufe erst bei großen Volumina Erleichterung. Zudem handeln Großkunden bei älteren Flugzeugmodellen üblicherweise üppige Rabatte aus. Dafür sind die Entwicklungskosten des Flugzeugs in den neunziger Jahren abgeschrieben worden.

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